Lilien

{| border="1" cellspacing="0" style="float:right;margin-left:0.5em" ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Lilien |- | align="center" | |- ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Systematik |- | {| border="0" |- | Klasse: || Einkeimblättrige (Liliopsida) |- | Unterklasse: || Lilienähnliche (Liliidae) |- | Überordnung: || Lilianae |- | Ordnung: || Liliales |- | Familie : || Liliengewächse (Liliaceae) |- | Gattung: || Lilien (Lilium) |} |- ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Arten (Auswahl) |- | |}

Die Lilien (Lilium) bilden eine Gattung der Familie der Liliengewächse (Liliaceae) innerhalb der einkeimblättrigen Pflanzen. Sie besteht aus weit über 100 Arten, die sich teils nur schwer gegen die eng verwandten Gattungen Fritillaria und Nomocharis abgrenzen lassen. Auch der nah verwandten Gattung Cardiocrinum mit ihrem außergewöhnlichen, bis zu 400 cm großen Vertreter Cardiocrinum giganteum, der Riesenlilie, wird von Züchtern gelegentlich eine Art "Ehrenplatz" unter den Lilien gewährt.

Zu beachten ist, dass viele Pflanzen, die landläufig als Lilien bezeichnet werden, wie z. B. die Taglilien (Hemerocallis) oder Schwertlilien aus botanischer Sicht anderen Gattungen angehören.

Table of contents
1 Beschreibung
2 Verbreitung
3 Vermehrung
4 Bedeutung, Geschichte, Kultur
5 Zuchtformen
6 Systematik
7 Literatur
8 Weblinks

Beschreibung

Erkennbar sind Lilien daran, dass ihre Zwiebel (der so genannte Bulbus) überlappende Schuppen hat und nicht durch eine zusätzliche Außenhaut geschützt ist. Der Bulbus ist je nach Sorte und Alter zwischen 3 und 10 cm im Durchmesser gross und unterschiedlich gefärbt. Einige seiner Wurzeln sind kontraktil, d.h. sie verfügen über die ungewöhnliche Fähigkeit, den Bulbus bei Bedarf tiefer in die Erde zu ziehen, bis die ideale Tiefe erreicht ist.

Ab dem Frühjahr bildet der Bulbus einen mit lanzettförmigen Blättern dicht beblätterten Stengel aus, der sortenabhängig zwischen 15 und 250 cm groß sein kann.

Lilien bilden ihre Blüten im Sommer aus, es lassen sich dabei weitgehend drei Blütenformen unterscheiden, nämlich trompetenförmige, schalenförmige und so genannte Türkenbundlilien. Bei letzteren sind die Blütenblätter soweit nach hinten eingerollt, dass ihre Spitzen sich am Stengel wieder treffen und die Blüte so einem Turban ähnlich sieht. Aufgrund des Sortenreichtums der Gattung existieren aber auch Abweichungen davon, z.B. fast geschlossene Blüten bei Lilium lophophorum. Lilienblüten bestehen aus sechs Petalen, sind gross, vielfältig und häufig auffällig gefärbt und gezeichnet. Auch Ihr Duft zeichnet sie aus, einige Sorten zählen zu den am stärksten duftenden Gartenpflanzen überhaupt.

Nach der Blüte im Sommer und der Ausbildung der Samenkapseln ziehen (bis auf die Madonnenlilie) alle Lilien ein und überwintern in einer Ruheperiode.

Verbreitung

Lilien wachsen auf allen Kontinenten in der nördlichen Hemisphäre (mit Ausnahme der zentralafrikanischen Lilium zairii) und finden sich oft als Horste in waldigen oder waldnahen Regionen, da sie feuchte (keinesfalls aber nasse) und kühle Standplätze in leichtem Schatten bevorzugen. Standortbestimmend ist eine äußerst gute Drainage. Alkalische sowie sehr saure Böden werden von Lilien in der Regel gemieden. Ein paar spezialisierte Arten schätzen jedoch Sumpf- und Marschland und eine lebt gar als Epiphyt (L. arboricola).

Vermehrung

Samen

Liliensamen lassen sich ihrer Keimung entsprechend in vier Gruppen unterteilen:

Vegetative Vermehrung

Neben der "üblichen" Vermehrung über Bestäubung und Saatgut können sich Lilien auch vegetativ vermehren. Dies geschieht durch:

Künstliche Vermehrung

Künstlich werden Lilien vermehrt per

Bedeutung, Geschichte, Kultur

Heutzutage wird die Lilie hauptsächlich als Schnittblume verwertet. In anderen Zeitaltern und Kulturen jedoch wurde sie weit vielseitiger genutzt und teils hoch geschätzt: Darauf weist auch der hebräische Frauenname Susanne hin, der Lilie bedeutet.

Sowohl in der Antike als auch im europäischen Mittelalter wurde sie als Heilkraut und in der Kosmetik verwendet. In China wird sie bis heute als Lebensmittel genutzt, vor allem Lilium brownii und Lilium davidii. Aufgrund Ihrer strahlend weißen Farbe wurde insbesondere die Madonnenlilie (Lilium candidum) zum Symbol der Reinheit in der religiösen Formensprache. In der Heraldik wurde sie vielfach in stilisierter Form verwendet, die berühmte Bourbonenlilie, die Fleur-de-Lys, bildet jedoch eine Schwertlilie nach.

In England und den USA haben Lilien seit der Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem durch die Tätigkeit Jan de Graafs und seiner Gründung der Oregon Bulb Farms auch einen festen Platz als Zuchtpflanze, dies hat über die Jahrzehnte zu zahlreichen Hybriden und einer florierenden Lilien-Industrie geführt.

Zuchtformen

In der Zucht werden acht verschiedene Liliendivisionen unterschieden:

Systematik

Es sind in der Botanik über 100 Lilienarten bekannt, weitere werden insbesondere in Asien regelmäßig entdeckt. H.F. Comber führte 1949 ein bis heute gültiges Schema zur Klassifikation der Lilien ein, mit dem diese in 7 Sektionen unterteilt werden und sich die verwandtschaftlichen Beziehungen der Arten beschreiben lassen.

Eine Artenliste, die auf Combers Modell beruht, findet sich unter:

Lilienarten (Lilium)

Literatur

Weblinks