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Das Linienschiff war das vom 16 bis zum 19. Jahrhundert schwerste Kriegsschiff in Europa. Schwerfälliger als die Fregatte besaß es die größte Tonnage und die durchschlagsstärksten Kanonen. Der Name leitet sich vom englischen Ship of the line her: Mit dem Einzug der Geschütze in den Seekampf begannen die Flottenbefehlshaber ihre Schiffe in (Kiel-)Linien zu manövrieren. Dadurch wurde es möglich, dass eine große Zahl von Schiffen gleichzeitig auf den Feind feuern konnte, ohne dass sie sich gegenseitig behinderten. Für diese Taktik eigneten sich Linienschiffe aufgrund ihrer Feuerkraft und relativen Trefferunempfindlichkeit (wegen des schweren Schiffskörpers) am besten.Den Höhepunkt seiner Bedeutung erreichte das Linienschiff in den napoleonischen Kriegen: 1805 besiegte Admiral Nelson mit seiner Linienschiffflotte die Franzosen in der Schlacht von Trafalgar.
Linienschiffe mit ihren ausschließlich an Back- und Steuerbord angebrachten Kanonen (Kasemattgeschütze) kamen etwa um 1870 außer Gebrauch, als zusätzlich Geschütze mit großen Kalibern in Verwendung kamen, die in verschieden angebrachten Drehtürmen standen (Hauptartillerie). Die Kasemattbewaffnung blieb bis zum Bau von HMS Dreadnought in der alten Form erhalten (Mittelartillerie unterschiedlicher Kaliber und Reichweiten). Die Dreadnoughts, später Schlachtschiffe genannt, erhielten nur eine auf ein Kaliber standardisierte oder gar keine Mittelartillerie, die Hauptartillerie wurde aber verdoppelt bis verdreifacht.
Das Bild zeigt das Linienschiff Thüringen (22.800 t), ein früher Dreadnought-Typ der Helgoland-Klasse, 12 30,5cm-Geschütze sind in den 6 Drehtürmen angebracht, ein Deck tiefer befindet sich die Mittelartillerie in Kasemattaufstellung.
Das Gefecht in der Schlachtlinie wird aber erst nach Ende des 1. Weltkrieges als überholt angesehen.