Mammographie

Die Mammographie ist als Teilbereich der Radiologie eine spezielle Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust.

Die Mammographie gilt als Methode der Wahl zur Früherkennung des Mammakarzinoms, der häufigsten Krebserkrankung der Frau. Damit ist die Früherkennung von Brustkrebs möglich.

Table of contents
1 Technik der Untersuchung
2 Mammographie als individuelle Untersuchung
3 Mammographie als Screening-Untersuchung
4 Der Nutzen in Zahlen
5 Qualitätsicherung
6 Quellen
7 Links

Technik der Untersuchung

Die Untersuchung erfolgt an speziellen Röntgengeräten. Die angewendete Röntgenstrahlung ist eine weiche Strahlung von ungefähr 40 kV (kiloVolt).

Diese weiche Strahlung führt zu kontrastreicheren Aufnahmen, als sie bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen mit harter Strahlung möglich wären. Mit der Untersuchung können kleine, nicht tastbare Gewebeformationen erkannt werden. Die Röntgenbilder werden durch den untersuchenden Arzt per Hand ausgewertet. Eine automatisierte Auswertung ist nicht möglich. Jeder Befund muss einzeln interpretiert werden, wobei die Beurteilung durch zwei unabhängige Befunder die besten Aussagen liefert. Leider geschieht dies derzeit nur in den Niederlanden routinemäßig im Rahmen eines organisierten Screenings.

Mammographie als individuelle Untersuchung

Die Mammographie kann zur weiteren Abklärung tumorverdächtiger Befunde eingesetzt werden. Dies kann z.B. ein tastbarer Knoten sein. Das Ergebnis der Untersuchung fließt in die Planung der weiteren Therapie ein.

Mammographie als Screening-Untersuchung

Die Mammographie kann prinzipiell zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt werden. Ziel dieser Screening-Maßnahme ist es, durch möglichst frühzeitige Erkennung die Lebenserwartung an Brustkrebs erkrankter Frauen zu verlängern, zumindest aber ihre Lebensqualität auf Dauer zu verbessern.

Zu diesem Zweck führt man eine Reihenuntersuchung an Frauen ohne Symptomen durch.

Empfehlungen bezüglich des Untersuchungsalters

Für Frauen unter 40 bis 50 Jahren scheint die Mammographie als Reihenuntersuchung (!), d.h. ohne Verdacht, nach derzeitigem Stand des Wissens keinen Vorteil zu bringen, da die Rate an falsch positiven Befunden umso höher wird, je jünger die Frau ist. Diese Altersgrenze wird diskutiert: Die WHO sieht die Altersgrenze bei 40 Jahren, ebenso die American Cancer Society und das National Cancer Institute - die U.S. Preventive Task Force und die Canadian Task Force on the Periodic Health Examination befürworten eine Grenze bei 50 Jahren.

Vorteile

Eine Kommission der WHO, bestehend aus 24 Experten aus 11 Ländern, die als Antwort auf den Cochrane-Report aus dem Jahre 2000 gebildet wurde, bezifferte den (geschätzten) Nutzen organisierter Mammographie-Reihenuntersuchungen bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren mit einer Reduktion der Sterblichkeit um 35 % [1]. Für Frauen zwischen 40 und 49 gibt es "wenig Beweise" für eine Erhöhung der Lebenserwartung.

Nachteile

(Mühlhauser 2000) Wie jeder Test liefert auch die Mammographie falsch positive Testergebnisse, also einen „Krebsverdacht“, obwohl kein Krebs vorhanden ist. Diese Befunde können zur Abklärung weitere, eventuell belastende Untersuchungen nach sich ziehen. Dies ist der Grund, dass in Deutschland jede zweite Frau, die regelmäßig zur Mammographieuntersuchung geht, einen positiven Befund bekommt, obwohl sie gar keinen Brustkrebs hat (Kerliskowske 2000). Wesentlich anders schaut dies in den Niederlanden aus, wo das Mammographie-Screening für eine Qualitätssicherung beispielgebend (u.a. zentralisiert, mit Doppelbefundungen durch verschiedenen Ärzte) organisiert ist, wodurch die Rate an falsch positiven Befunden wesentlich reduziert werden kann [1].

Es gibt auch Karzinome, die nicht notwendigerweise weiter wachsen („duktuale Karzinome in situ“) (Ernester 1997), oder nur langsam weiterwachsen, besonders bei älteren Frauen.

Weiterhin wird noch diskutiert, inwieweit die Mammographie selbst (bei jüngeren Frauen) Karzinome hervorrufen kann (Jung 1998), da die Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden ist.

Kerlikowske (1997) hält hier die Angaben in Mortalitätsstatistiken für irreführend, da für Frauen in den Vierzigern ihrer Meinung nach nur der Zeitpunkt der Diagnose vorverlegt wird und das Leben nicht verlängert wird. Es verlängert für diese Frauen nur das "Leben mit der Diagnose", nicht das Leben an sich.

Der Nutzen in Zahlen

Der Nutzen lässt sich mathematisch auf verschiedene Arten darstellen – es wird jeweils der gleiche Sachverhalt auf drei verschiendene Arten ausgedrückt: Die persönliche Einschätzung des Nutzens hängt vielfach von seiner Darstellung ab. Die übliche Darstellung von Behandlungserfolgen in Prozentzahlen (der relativen Risikoreduktion) werden fälschlich sehr oft so verstanden, dass (etwa) von 100 Frauen 30 weniger an Brustkrebs sterben (Malenka 1993) – das ist nicht so, weil nicht alle Frauen Brustkrebs haben und auch einige trotz Mammographie dennoch an Brustkrebs sterben.

Qualitätsicherung

Eine Qualitätssicherung bedeutet hier einen deutlichen Rückgang von falsch positiven oder auch übersehenen Befunden. Speziell ausgebildetete Radiologen, die in der Beurteilung an vielen Mammogrammen geübt sind, können sowohl die Selektiviät als auch die Sensitiviät stark verbessern.

Siehe auch: Missverständnisse beim Brustkrebs-Screening, Qualitätssicherung von Screeningprogrammen

Quellen

Links


Hinweis Gesundheitsthemen





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