Verwendung
Die 30-60 cm langen, in Büscheln beisammenstehenden, milchsaft- und stärkemehlreichen Wurzeln enthalten auch Blausäure und sind deshalb giftig; durch geeignete Behandlung wird aber die flüchtige Blausäure entfernt, und man erhält dann ein gutes Nahrungsmittel. Die Benutzung der Knollen stammt von den Indianern, und sie bilden auch heute die Grundlage des Ernährungssystems der Brasilier. Gleich vielen tropischen Nutzpflanzen liefert der Kassawastrauch bei sehr geringer Arbeit einen hohen Ertrag. Man raspelt und zerreibt die Knollen, preßt die Masse aus, wäscht sie durch Bambusrohrgeflecht und röstet sie in Öfen. Die in der Presse zurückbleibende Masse liefert das Maniok- oder Mandiokamehl (farinha); aus der ablaufenden Flüssigkeit schlägt sich Stärkemehl (polvilho) nieder, welches geröstet Tapioka liefert. In andern Provinzen erhält man nach modifiziertem Verfahren etwas andre Produkte; auch bereitet man aus dem Mehl Kuchen, die unserm Brot mehr oder weniger ähnlich sind, und auf den Antillen mischt man das Mandiokamehl mit Weizenmehl und bäckt daraus Brot (conaque).
Die frische Wurzel benutzt man als Heilmittel bei Geschwüren. Die Blätter des Maniok werden als Gemüse gegessen. Manihot Aipi Pohl (süßer Maniok, süße Juka, Kassawastrauch) ist ein 2 m hoher Strauch Brasiliens, der daselbst sowie im ganzen tropischen Amerika häufig kultiviert wird. Die Wurzel wird, da sie einen milden Saft besitzt, mit weniger Mühe als die von Manihot utillissima Pohl vielfach zur Bereitung von Maniok benutzt. Manihot Janipha Pohl (Jatropha Janipha Pohl) ist ein 2-4 m hoher Strauch Südamerikas, dessen knollige, büschelige Wurzel ebenfalls als süße Kassawa geröstet oder gebraten gegessen wird. Die Samen aller drei Arten wirken purgierend und brechenerregend.
Dieser Artikel basiert auf einem Text aus Meyers Konverstaionslexikon von 1888