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Marie Marvingt hatte bereits als 11jährige an Radrennen teilgenommen. 1900 war sie französische Schiessmeisterin. 1909 machte sie die Prüfung als Ballonführerin. Von Beruf war sie Krankenschwester und neben der Fliegerei und der Schiesserei fuhr sie Ski, spielte Golf, machte Eislaufen und Bergsteigen. Sie profilierte sich in all diesen Sportarten und 1910 erhielt sie - als einzige Person jemals - von der französischen Académie des Sports eine Medaille "pour tous les sports" (für alle Sporarten).
Am 26. Oktober 1909 fuhr sie als erste Frau einen Ballon über die Nordsee nach England.
1910 machte sie als dritte Frau die Pilotenlizenz des Aéro Club de France. Im selben Jahr wandte sie sich erstmals an die französischen Behörden wegen ihrer Idee einer "Luftambulanz". 1911 gewann sie den Coupe Fémina in Turin und stellte bei der Gelegenheit den Damenweltrekord im Weitfliegen auf (40km).
Da die französische Armeeleitung nichts von ihrer Idee, Verletzte und Kranke aus der Luft zu versorgen, hielt, liess sie 1912 in der Flugzeugfabrik Deperdussin eine Maschine nach ihren Plänen bauen und ausrüsten - der Betrieb ging jedoch Konkurs, bevor das Projekt abgeschlossen war.
1914, bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges, meldete sie sich freiwillig bei der französischen Armee als Krankenschwester. Wieder präsentierte sie ihre Idee einer "Luftambulanz" und stiess damit wiederum auf taube Ohren. 1915 flog sie als Pilotin in der französischen Air Force Bombenangriffe auf Deutschland.
Nach dem Krieg arbeitete sie als fliegende Kriegsreporterin in Nordafrika. Mit anderen gründete sie gemeinsam die Organisation Les Amies de l'Aviation Sanitaire (Freundinnen der Luftsanität). Sie hielt über 6000 Vorträge über ihre Idee. 1929 organisierte sie den Ersten Internationalen Kongress über "Medizinische Aviatik". Die Organisation bildete Krankenschwestern, Ärzte und Piloten für Rettungseinsätze aus der Luft aus.
Im Jahr 1934 ging die französische Regierung dann schliesslich auf ihre Idee ein. Marie Marvingt wurde beauftragt, in Marokko einen zivilen Flugrettungsdienst einzurichten. Für diese Arbeit wurde sie später von der Marokkanischen Regierung mit deren Friedensmedaille geehrt. Während ihres Aufenthaltes in Marokko drehte Marie Marvingt ausserdem zwei Dokumentarfilme.
Irgendwann in ihrem langen Leben erfand sie auch noch Metallskis.
1955, als 80jährige flog sie in einem amerikanischen Militärjet mit. Im selben Jahr lernte sie, einen Helikopter zu fliegen.
Marie Marvingt starb im Jahr 1963. Sie wurde 88 Jahre alt.
Leben