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Erstmals hatte Marshall seine Idee einer finanzielle Aufbauhilfe für die europäischen Staaten in einer Rede vom 5. Juni 1947 verkündet. Dabei konnte er sich vor allem auf liberale amerikanische Wirtschaftskreise stützen, die durch einen wirtschaftlichen Niedergang Europas den Verlust wichtiger Absatzmärkte bzw. Handelspartner befürchteten.
Daneben kam dem Programm jedoch auch eine wichtige Funktion im Rahmen der seit März 1947 von den USA verfolgten Containment-Politik gegenüber der UdSSR zu. Obwohl das Angebot amerikanischer Wirtschaftshilfe offiziell auch an die UdSSR und andere kommunistische Länder gerichtet worden war, konnte aus ideologischen Gründen nicht die Annahme erwartet werden.
Nachdem die Details des Marshallplanes auf mehreren Konferenzen besprochen worden waren, bildeten 1948 16 europäische Länder den Ausschuss für europäische Zusammenarbeit (OEEC). Die USA garantierte diesen Ländern durch die Einrichtung eines Europäischen Wiederaufbauprogramms (ERP) Geldzahlungen bis zum Jahr 1952.
Die UdSSR lehnte erwartungsgemäß eine Beteiligung am ERP als Einmischung in die Souveränität der europäischen Staaten ab. Sie verhinderte Einbeziehung der in ihrem unmittelbaren Einflussbereich befindlichen Staaten Mittel- und Osteuropas in den Marshall-Plan. Stattdessen initiierte die UdSSR die Gründung der Kominform und des RGW als politisch - wirtschaftlichem Gegenstück zu Containment-Politik und Marshall-Plan.
Die USA gewährten aufgrund des Marshallplans Europa Gelder in Höhe von insgesamt fast 13 Milliarden Dollar, Westdeutschland erhielt davon ca. 1,4 Milliarden.