Ein Memento mori ist etwas, z. B. eine Ruine oder das laute Ticken einer Uhr, das uns an unsere Vergänglichkeit erinnert, und heißt, aus dem Lateinischen übersetzt: "Gedenke des Todes!"
Ein frühe literarische Fundstelle dieses alten Mahnrufs ist ein alemannisches Gedicht aus dem 12. Jahrhundert; es hat die lateinische Form als Überschrift. Der Verfasser könnte ein Kluniazenser gewesen sein.
Die fernere Herkunft ist zwar ungeklärt, doch spricht einiges dafür, dass die antike delphische "Anthropologie" Pate stand: der Mensch als "der Sterbliche".
"Memento Mori" lautet auch der Titel eines satirischen Romans von Muriel Spark aus dem Jahre 1959 (ISBN 3-257-20892-8). Darin erhalten die zumeist 70- bis 80-jährigen Personen den Mahnruf per Telefon.
Andere Mahnrufe aus der Antike:
- audi partem alteram (Höre die andere Partei!)
- carpe diem (Nutze den Tag!)
- de mortuis nil nisi bene (Über die Toten nur Gutes!)
- festina lente (Eile mit Weile!)
- gnothi seauton (Erkenne dich selbst!)
- hic Rhodus, hic salta (Hier ist Rhodus, hier spring!)
- lathe biosas (Lebe im Verborgenen!)
- meden agan (Nichts im Übermaß!)
- principiis obsta (Wehre den Anfängen!)
- sapere aude (Wage es, weise zu sein!)