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Mennoniten sind eine christliche Konfession in der Tradition der Täufer. Der Name leitet sich vom Gründer Menno Simons ab. Anfangs war "Mennoniten" ein Schimpfwort, später wurde der Namen von der Gruppe übernommen.
| Table of contents |
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2 Verbreitung 3 Lehre 4 Gottesdienst und Praxis 5 Organisation 6 Geschichte 7 Ökumene 8 Weblinks |
Aber auch in Südamerika sind im 20. Jahrhundert zahlreiche Mennoniten-Kolonien entstanden.
Paraguay ist eines jener Länder, in denen Mennoniten seit 1923 siedeln. Im zentralen Chaco entstanden drei Kolonien. Zuerst gründeten deutschsprachige mennonitische Einwanderer aus Mexiko die Kolonie Menno mit dem Zentrum Loma Plata. Es folgte die Gründung der Kolonie Fernheim mit dem Zentrum Filadelfia (ursprünglich Philadelphia, = 'Bruderliebe') durch Mennoniten, die unter Stalin aus Russland geflohen waren. Nach dem zweiten Weltkrieg entstand dann die Kolonie Neuland mit dem zentralen Ort Neu Halbstadt.
Die Kolonien wurden seit ihrer Gründung durch die Bundesrepublik Deutschland gefördert. Auch heute noch sind mehrere vom Bundesverwaltungsamt in Köln dorthin vermittelte und entsandte Lehrer dort tätig. Auch die GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) ist im Chaco aktiv.
Im deutschen Sprachraum finden sich etwa 80 Gemeinden mit 13'000 Mitgliedern in Deutschland, 16 Gemeinden mit 3000 Mitgliedern in der Schweiz.
In der Schweiz befindet sich die Europäische Mennonitische Bibelschule Bienenberg, in Liestal.
Mennoniten gehören zu den Friedenskirchen, die sich an Gewaltlosigkeit und Pazifismus orientieren und vielfach in politischen Krisengebieten diakonisch aufgetreten sind. Manche Mennoniten verweigern jeden Wehrdienst und sogar die Steuern, die für Militärausgaben bestimmt sind, andere leisten Militärdienst.
Ihre Lehre in der Tradition der Täufer beinhaltet
Einige mennonitische Gruppen, z.B. in Kanada, den USA oder Russland, leben in einer ausgeprägten Distanz zum normalen Alltagsleben. Ein bekanntes Beispiel sind die Amischen, die weitestgehend auf den Einsatz moderner Technik verzichten. In einigen Fällen haben sich diese Gruppen auch ihren ursprünglischen deutschen Dialekt erhalten, wie z.B. das Plautdietsch.
Die Mennoniten "an sich" gibt es allerdings nicht. Ursprünglich in die Wildnis von Paraguay ausgesiedelte Gemeinden sind heute modern und weltoffen.
1990 wurde die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland gegründet.
Alle bedeutenderen Mennonitenkirchen (164 Kirchen) sind Mitglieder der Mennonitischen Weltkonferenz.
Die Mennoniten außerhalb der Staatskirche sollten sich dafür entscheiden, die Gemeinschaft mit ihren Brüdern innerhalb der Staatskirche aufrechtzuerhalten. Dies führte zu zur Spaltung. Die gegen das Verbleiben in der Gemeinde waren, wurden als Amish-People bzw. Amisch bekannt, nach ihrem Gründer Jakob Amman. Die in der Gemeinschaft blieben, behielten die Bezeichnung Mennoniten. Im Lauf der Jahre haben andere Widersprüche zu weiteren Spaltungen geführt; es gab theologische, praktische, bzw. geographische Gründe. Als z.B. Anfang des 20. Jahrhunderts einige in der Amisch-Gemeinde mit der Einführung der Sonntagsschule und der Evangelisation in ihrer Gemeinde scheiterten, trennten sie sich ab und bildeten die konservative Mennonitenkirche. Synonyme und andere Sprachen
Altevangelisch Taufgesinnte, Alttäufer, Freikirchliche Gemeinde.Verbreitung
Weltweit gibt es etwa eine Million Mennoniten (Mennonitisches Jahrbuch 1990) in über 60 Ländern, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten, und Kanada.Lehre
Die Mennoniten waren und sind bestrebt den Inhalt der Bibel zu leben und diese nicht als graue Theorie sondern als Gebrauchsanweisung für ihr Leben zu sehen. Gute Bibelkenntnis wird von allen Mitgliedern erwartet - in den Anfangszeiten, als Mennoniten oft Analphabeten waren, konnten viele von ihnen große Teile der Bibel auswendig.
Zu den frühesten Glaubensbekenntnissen zählt die am 24. Februar 1527 angenommene Konfession von Schleitheim. Ihre sieben Artikel umfassen:
Gottesdienst und Praxis
Es gibt über zwanzig verschiedene mennonitische Gruppen die sich bezüglich Lebensweise und religiöser Praxis stark unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen die täuferische Tradition und das Engagement in aktiver Friedensarbeit und diakonischer Tätigkeit.Organisation
Die einzelnen Gemeinden sind unabhängig (kongregationalistisch) und werden als Abbild der neutestamentlichen Gemeinde verstanden. Die Gemeindeleitung liegt in der Regel in den Händen von Ältesten, Predigern und Diakonen.Geschichte
Während des 16. Jahrhunderts wurden die Mennoniten und anderen Täufer verfolgt. Bis zum 17. Jahrhundert vereinigten sich einige von ihnen mit der niederländischen Staatskirche und veranlassten den Staat zur Einstellung der Verfolgungen.