Moltebeere

{| border="1" cellspacing="0" style="float:right;margin-left:0.5em" ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Moltebeere |- | align="center" |
"Bilder ur Nordens Flora",
C. A. M. Lindman,
1917 - 1926 |- ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Systematik |- | {| border="0" |- | Überordnung: || Rosanae |- | Ordnung: || Rosales |- | Familie: || Rosengewächse (Rosaceae) |- | Unterfamilie: || Ruboideae |- | Gattung: || Rubus |- | Art: || Moltebeere (Rubus chamaemorus) |} |}

Die Moltebeere (Rubus chamaemorus), auch Multebeere, Multbeere, Torfbeere, ist eine langsamwüchsige Pflanze aus der Gattung Rubus. Der botanische Name entstammt dem Griechischen von "chamai" (="braun") und "morus" (="Brombeere"), also "Braune Brombeere".

Table of contents
1 Andere Namen
2 Beschreibung
3 Verbreitungsgebiet
4 Vermehrung
5 Verwertung
6 Weblinks

Andere Namen

In Kanada: "plaquebiere", "chicoutai", "bakeapple" (auf Neufundland)
In Schweden: "hjortron", "multebär", "myrbär", "snåtterblomma", "solbär"
In Finnland: "lakka", "suomuurain", "hilla"
Englisch: "cloudberry"

Beschreibung

Rubus chamaemorus L. wird zwischen 10 und 25 cm groß, am aufrechten, unverzweigten Stängel sitzen wechselständig schwach handförmige, 5-7-lappige, gesägte Blätter. Die weisse, gelegentlich rötliche einzeln endständige Blüte bildet nach der Befruchtung durch Insekten eine himbeergrosse Sammelsteinfrucht von zuerst blassroter, mit zunehmender Reife bernsteinener Farbe, bestehend aus 5 - 25 Steinfrüchten. Im Herbst verfärbt sich das Laub stark rot.

Verbreitungsgebiet

Die Moltebeere wächst an Moorrändern, in Sümpfen und Feuchtwiesen und bedarf sonniger Standplätze mit starksauren Böden (pH-Wert zwischen 3,5 und 4,5), sie toleriert bis zu -38°C Kälte, reagiert aber empfindlich auf Salze und Trockenheit. Mit einem borealen, zirkumpolaren Verbreitungsgebiet zwischen 78°N und 44°N liegt ihr Hauptvorkommen in Europa in den drei nordeuropäischen Staaten Schweden, Finnland und Norwegen, einzelne Vorkommen finden sich jedoch auch in West-, Mittel- und Osteuropa sowie im Baltikum als eiszeitliche Überreste. In Nordamerika wächst sie wild in den dünn besiedelten Wäldern nördlich von Quebec sowie auf den Magdalenen im Sankt-Laurenz-Strom. In Deutschland, wo sie insbesondere an Weser und Elbe wächst, steht sie unter strengstem Naturschutz.

Vermehrung

Anders als viele Rubusarten ist R. chamaemorus nicht selbstbefruchtend. Die zweihäusige Pflanze (nur selten werden hermaphroditische Pflanzen gefunden) bedarf zur Befruchtung des jeweils anderen Geschlechtes. Die Aufnahme der Früchte durch Tiere und Vögel und die Ausscheidung der unverdaulichen Samen befördert die Ausbreitung. Darüberhinaus breitet sie sich zusätzlich durch ihr Rhizom aus und bildet so umfangreiche Kolonien.

Verwertung

Die Frucht wurde wegen Ihres hohen Ascorbin- und Benzoesäure-Gehaltes (letzterer bewirkt eine äußerst gute Lagerbarkeit) bereits von nordischen Seeleuten wie auch amerikanischen Inuit gleichermaßen als Mittel gegen Skorbut geschätzt. Obwohl auch heutzutage insbesondere in Norwegen die Nachfrage nach ihr als Delikatesse größer ist als das Angebot (Norwegen importiert jährlich 200 - 300 Tonnen der Früchte aus Finnland), ist sie nach wie vor eine reine Wildfrucht.

Seit Mitte der 90er Jahre hat sich die norwegische Regierung in Zusammenarbeit mit finnischen, schwedischen, schottischen und russischen Stellen im "Northberry"-Forschungsprojekt stark gemacht, um sie als Agrarfrucht zu kultivieren. Seit 2002 werden die ersten optimierten Pflanzen (männliche Varietät "Apolto", weibliche Varietäten "Fjellgull" und "Fjordgull") an die Landwirtschaft abgegeben.

Roh gegessen hat die Moltebeere einen eigenartigen, zum Teil bitter-säuerlichen Geschmack. Sie wird beispielsweise als Gelee eingekocht oder in Finnland zusammen mit dem so genannten "Leipäjuusto" ("Brotkäse", ein hartes, teigartiges Käsegericht) und viel Zucker gegessen oder zur Likörherstellung verwendet.

In Kanada wird die Frucht zur Aromatisierung einer Bierspezialität verwendet und in Schweden dient sie zur Essigbereitung.


Blätter und Früchte der Moltebeere
auf der finnischen
2 Euro-Münze

Auf der finnischen 2 Euro-Münze sind Blätter und Früchte der Pflanze abgebildet.

Weblinks