Morphin


Strukturformel des Morphins

Morphin (C17H19NO3) ist ein Alkaloid, das natürlicherweise im Opium vorkommt (Opiat). Es wirkt als Opioid und wird in der Medizin als das stärkste bekannte natürliche Schmerzmittel (Analgetikum) eingesetzt

Morphin wurde erstmals 1803 vom deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Adam Sertürner isoliert. Dieser benannte den Stoff nach Morpheus, dem griechischen Gott der Träume.

Heroin ist ein Derivat des Morphins.

Table of contents
1 Vorkommen und Biosynthese
2 Anwendung
3 Pharmakologie
4 Vergiftung

Vorkommen und Biosynthese

Morphin wird aus Opium, d.h. aus dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns (Papaver somniferum), gewonnen. Es wird aus Phenylalanin und 4-Hydroxyphenylacetaldehyd synthetisiert. Dabei ist Norcoclaurin ein wichtiges Zwischenprodukt. Über Reticulin werden dann die Morphinan-Alkaloide gebildet, zu denen das Morphin gehört.

Anwendung

Morphin wird zur Behandlung von starken und stärksten Schmerzen verwendet. Als Darreichungsform gibt es Retardkapseln, -tabletten, Tropfen und Injektionslösungen.

Pharmakologie

Vermutlich greift Morphin direkt am Zentralen Nervensystem (ZNS) an. Es lagert sich reversibel an spezielle Rezeptoren, die sog. Opiatrezeptoren, an und blockiert diese. Dadurch wird die Schmerzweiterleitung verhindert und das Schmerzempfinden des Patienten gesenkt.

Weitere Wirkungen von Morphin, die teilweise unerwünscht sind (Nebenwirkungen), sind Atemdepression, Verstopfung, Störungen des Bewusstseins (Halluzinationen) und Abfall des Blutdrucks. Daneben unterdrückt Morphin den Hustenreiz (antitussive Wirkung).

Vergiftung

Sollte eine Morphinvergiftung vorliegen, kann man diese durch Gabe von Naloxon behandeln. Naloxon verdrängt Morphin von den Opiatrezeptoren und hebt dadurch die Wirkung auf. Dabei sollte vorsichtig dosiert werden. Wird zuviel Naloxon verabreicht, kann der Konsument von der Überdosis direkt in den Entzug übergehen.




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