Multiple Persönlichkeit

Table of contents
1 Persönlichkeitsstörung
2 Diagnostische Kriterien
3 Therapie

Persönlichkeitsstörung

Die Multiple Persönlichkeitsstörung ist eine Dissoziative Persönlichkeitsstörung. Im Englischen Multiple Personality Disorder (MPD) bezeichnet sie die Fähigkeit bzw. Veranlagung, mehrere (Teil-)Persönlichkeiten auszubilden, die alternierend ausgelebt werden. Dabei ist es möglich, dass diese Persönlichkeiten alternierend, d.h. abwechselnd, auftreten und dabei jeweils ein Bewusstsein der Existenz der anderen Persönlichkeiten haben, wie auch, dass sie fragmentiert, also völlig voneinander abgetrennt auftreten, wie z.B. bei der Schizophrenie. In den weitaus meisten Fällen treten multiple Persönlichkeiten aufgrund von traumatischen Erlebnissen auf; das Trauma ist bei den meisten patienten bereits verdrängt und nur noch die Auswirkungen eben dessen sind offensichtlich. Die multiple Persönlichkeitsstörung geht oft mit Symptomen wie Essstörungen, Substanzmissbrauch, psychosomatischen Beschwerden, häufig auftretenden Ekel- oder Hassgefühlen einher. Diese gezeigte negative Einstellung zum eigenen Körper und zur Körperlichkeit allgemein widerspricht oft dem exzessiven Umgang mit Körperlichkeit, besonders Sexualität, der multiplen Persönlichkeit. Sexuelle Manipulation ist ein häufig auftretendes Symptom; dies steht in engem Zusammenhang mit den traumatischen Erlebnissen sexuellen Missbrauchs der Patienten - das frühere passive Erleiden von Sexualität wird kompensiert durch sexuelle Macht über den Partner, in den das Bild des früheren sexuellen Verführers projiziert wird.

Diagnostische Kriterien

Verschiedene Verfahren zur Diagnose der multiplen Persönlichkeitsstörung werden nach wie vor diskutiert: es existieren zwei verschiedene Verfahren, in denen signifikante gedoppelte oder verfielfachte Hirnstromkurven nachgewiesen werden; ein psychopharmakologisches Verfahren weist nach Verabreichung von Sodium amobarbital einen tranceähnlichen Zustand, in dem unterschiedliche Persönlichkeiten auftreten, auf; klinische Hypnose kann den Zugang zu den verschiedenen Persönlichkeiten ohne chemische oder physikalische Hilfsmittel ermöglichen. Die Diagnose ist ihren Verfahren entsprechend vage. Oft wurden mulstiple Persönlichkeiten vorher diagnostiziert als Personen mit Borderline-Syndrom, Depression, Neurose oder Schizophrenie.

Therapie

Oft sprechen multiple Persönlichkeiten in einer Gesprächstherapie von einem "Wir". Stellt sich der Wechsel zum "Ich" ein, so kann zumindest schon das Bewusstsein über die Störung vorausgesetzt werden. Dies bedeutet allerdings auch, dass die Folgen der traumatischen Belastung, derer multiple Patienten unterliegen, fortan nur von einer Identität getragen werden. Es gilt also, das Ausmaß des Schmerzes, das diese Persönlichkeit nun aufgrund des nicht mehr repressiv ausgelebten Traumas und dessen Auswirkungen erlebt, zu lindern. Das ist meist nicht ohne Psychopharmaka zu bewältigen. In Gesprächstherapien kann es gelingen, die traumatischen Erlebnisse, die zur Dissoziation, also zum Herausbilden mehrerer Identitäten geführt haben, zu benennen. Sie zu lösen ist bisher nur in Einzelfällen möglich gewesen, so dass bei der Mehrheit der multiplen Persönlichkeiten eine medikamentöse Therapie angewandt wird, um die Symptome der Störung zu unterdrücken.





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