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In den Wirtschaftswissenschaften geht man in der Regel davon aus, dass - ceteris paribus - ein systematischer Zusammenhang zwischen den Preisen und den nachgefragten Gütermengen besteht. Dieser Zusammenhang wird in Nachfragefunktionen oder Nachfragekurven, die jedem Preis die bei diesem Preis nachgefragte Gütermenge zuordnen, dargestellt. Dabei wird allgemein angenommen, dass bei steigendem Preis die Nachfrage zurückgeht, die Nachfragekurven verlaufen also fallend (Gesetz der Nachfrage). Während sich ein fallender Verlauf der Nachfragekurven für die Nachfrage nach Produktionsfaktoren aus der neoklassischen Theorie der Unternehmung herleiten läßt, folgt die fallende Nachfrage nach Konsumgütern nicht aus der neoklassischen Theorie der Haushalte. Sowohl für inferiore Güter, bei denen bei gegebenen Preisen und steigendem Einkommen die Nachfrage zurückgeht, als auch für Prestigegüter, die gekauft werden, weil der hohe Preis als soziales Signal dient (Snobeffekt), lassen sich aber teilweise steigende Verläufe der Nachfragekurven plausibel machen. Ob sich solche steigende Nachfrageverläufe für bestimmte Konsumgüter auch empirisch beobachten lassen, ist umstritten.
Bei der ökonomischen Analyse ist zu beachten, dass mit steigendem Aggregationsgrad (d.h. je mehr individuelle Akteure und einzelne Güter zusammengefasst werden), die ceteris paribus Klausel immer problematischer wird, da eben nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass übrige Umstände (Einkommen, Nachfragestruktur) von den in einer aggregierten Nachfragefunktion oder -kurve darstellbaren Änderungen von Preisen und Nachfragemengen unberührt bleiben. Diese Schwierigkeit umgehen Modelle eines allgemeinen Gleichgewichts.
Für einzelne Güter unterscheidet man die individuelle Nachfrage eines Gutes durch einen einzelnen Akteur von der Gesamtnachfrage, die durch die Addition der Nachfrage aller Nachfrager des entsprechenden Gutes bestimmt wird.
In der neoklassischen Preistheorie wird angenommen, dass unter Wettbewerbsbedingungen (partialanalytisch) der aktuelle Preis eines Gutes durch die Schnittstelle der Gesamtangebots- und Gesamtnachfragekurve für dieses Gut bestimmt wird. In der allgemeinen Gleichgewichtsanalyse werden die Preise aller Güter durch die simultane Gleichsetzung des Gesamtangebots und der Gesamtnachfrage auf allen Märkten bestimmt.