Nasca

Nasca ist eine Kleinstadt in Peru mit etwa 23.000 Einwohnern ca. 450 km südlich von Lima. Ihren wirtschaftlichen Aufschwung verdankt die Stadt den nahegelegenen Bodenzeichnungen (Geoglyphen). Seit Jahren entwickelt sich der Tourismus. Es gibt zahlreiche Hotels und Restaurants und Reisebüros vermitteln die Flüge über die Wüste.

Die Nasca-Kultur entwickelte sich zwischen 200 v. Chr und 800 n. Chr. an der Pazifikküste unter extremen klimatischen Bedingungen. In der trockenen Wüste fällt oft jahrzehntelang kein Regen. Im Winter dehnen sich die Nebelbänke des Ozeans bis ins Landesinnere aus und sorgen dort für soviel Feuchtigkeit, dass sich sogar Pflanzen entwickeln. El Nino bringt in den letzten Jahren heftige Regenfälle ins Land und sorgt für massive Zerstörungen.

Das Volk von Nasca war kein zentral verwaltetes Reich, sondern setzte sich aus mehreren kleinen Stämmen zusammen. Sie betrieben Ackerbau und bewässerten ihre Felder über ein künstliches unterirdisches Kanalsystem. Zur Versorgung pflanzten sie Bohnen, Kartoffel, Kürbisse, Maniok, Avocados, Erdnüsse und Pfeffer. Baumwolle, Schilfrohr und Binsen lieferten das Grundmaterial für das alltägliche Leben. Sie verwendeten bereits Netze für den Fischfang und jagten auch Robben. Die Nascas verstanden sich auf das Weben und stellten großartige Keramikarbeiten her, die sie mit leuchtenden Farben mit Szenen aus dem Alltag verzierten.

Eine längliche Kopfform galt bei den Nascas als Schönheitsideal. Bereits den Säuglingen wurde ein Brett auf die Stirn gebunden, um während des Wachstums den Schädel zu defomieren. Die Toten wurden in prachtvolle Tücher gewickelt und in sitzender Stellung in dem trockenen Wüstenboden begraben. Die extreme Trockenheit mumifizierte die Toten. Teilweise sind sie noch heute im versteinerten Zustand erhalten. Plünderer zerstörten aber viele dieser Gräber.

Auf der Hochebene zwischen dem Pazifik und den Anden schufen sie riesige Figuren, die sie in den Boden scharrten. Oft sind diese Figuren nur daumentief und 20 cm breit. Auf einer Fläche von 250 km² entstanden schnurgerade, bis zu 10 km lange Linien, Dreiecke und trapzförmige Flächen. Dazwischen liegen Figuren, die Menschen, Tiere und Planzen darstellen. Durch die enorme Größe sind sie nur aus der Luft zu erkennen.

Seit ihrer Entdeckung durch Kosok, ein Spezialist für antike Bewässerungssysteme, wurde viel über diese Zeichnungen gerätselt. Ab 1946 beschäftigte sich die Deutsche Maria Reiche damit und widmete ihr ganzes Leben den Linien. Viele der Figuren sind durch Fuß- und Autospuren zerstört. Erst durch die Initiative Reiches unternahm die peruanische Regierung Massnahmen, um die Zerstörung zu verhindern.

Deutungen über diese Monumente beschäftigen viele Wissenschaftler. Die Erklärungen reichen von einem Sternenobservatorium über Ritualplätze, heilige Strassen bis zu Bewässerungssysteme und manchmal ist sogar von Landeplätzen von Ausserirdischen die Rede.

Die UNESCO erklärte 1994 die Bodenzeichnungen zum Weltkulturerbe.



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