Naturalismus

Der Naturalismus ist eine philosophische wie auch eine künstlerische Strömung. Naturalismus bezeichnet die Auffassung, dass es neben und außer der Natur keinerlei Gesetze gibt und alles der Natur unterworfen ist. Daraus ergibt sich, dass der zentrale Begriff für das Menschenbild des Naturalismus "Determinismus" ist. Der Mensch wird durch seine Umwelt (Vererbung, Milieu etc.) als determiniert wahrgenommen. Insbesondere impliziert diese Annahme die Absage an jeglichen Supranaturalismus und somit die Absage an Gottheiten aller Art, lediglich dem in der Natur enthaltenen wird eine Existenz zugesprochen.

Naturalistische Künstler versuchen also eine möglichst genaue Darstellung der Wirklichkeit. Dabei wird versucht mit exakten naturwissenschaftlichen Methoden zu arbeiten, um so zu einer umfassenden Erkenntnis zu gelangen. In der Literatur zeichnet sich die Richtung durch den Sekundenstil aus. Führende Vertreter dieser literarischen Strömung waren in Deutschland Gerhart Hauptmann mit Die Weber und in Frankreich Emile Zola mit seinem Romanzyklus Les Rougon Marquart.

Der Naturalismus ist mit dem Impressionismus verwandt und läßt sich philosophisch im Gegensatz zum Existenzialismus betrachten.



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