Náxos

Náxos (auch: Náxia, Áxia; in der Antike: Strongyle (die "Abgerundete"), auch Dia und Dionysias) ist eine Insel im Ägäischen Meer, die größte der Kykladen, 423 km² groß, etwa 14.800 Einwohner (2002), von Páros nur durch eine schmale Meerenge getrennt, hat im Osten steile Ufer, nach Westen zu ebeneres Land und wird von Norden nach Süden von einem im Oxia bis zu 1003 m ansteigenden Granitgebirge durchzogen.

Die Insel ist gut bewässert und in ihren untern Teilen höchst fruchtbar. Hauptprodukte sind Weizen, Gerste, Südfrüchte, Wein, Öl, Mastix sowie Marmor.

Geschichte

Náxos war bereits zur Zeit der Kykladenkultur besiedelt. Die Insel hiess in der ältesten Zeit auf Grund ihrer Gestalt Strongyle (die "Abgerundete"), auch Dia und Dionysias und war durch den Mythos von Dionysos berühmt.

Die ältesten Bewohner der Insel waren Karer, welche von den Ioniern verdrängt wurden. Dieselben gründeten auf Náxos einen mächtigen Staat, welcher eine Hegemonie über die Nachbarinseln ausübte. 536 v. Chr geriet Náxos in einen Krieg mit Peisistratos von Athen, welcher es überwand und Lygdamis, den Führer der oligarchischen Partei auf Naxos, als Tyrannen daselbst einsetzte.

Schon 510 v. Chr wurden jedoch die Aristokraten wieder verjagt, und die von denselben zu Hilfe gerufenen Perser mußten nach viermonatlicher Belagerung 501 v. Chr unverrichteter Dinge wieder abziehen. Dafür verwüsteten dieselben 490 v. Chr bei ihrem Zuge gegen Griechenland die Insel.

Nachdem die Naxier in der Schlacht von Salamis zu den Griechen übergegangen waren und dadurch die Freiheit von der persischen Oberherrschaft erlangt hatten, bildete Naxos ein Glied des Attischen Seebundes, war jedoch der erste der verbündeten Staaten, welcher der Bundespflicht nachzukommen sich weigerte, aber von Athen 466 v. Chr unterworfen und als erobertesLand behandelt wurde.

376 v. Chr besiegte der Athener Chabrias, welcher Náxos dem neuen Seebund mit Gewalt einverleibt wollte und es belagerte, dort die zum Ersatz herangekommene spartanische Flotte, worauf Naxos für kurze Zeit wieder dem Athenischen Seebund beitrat.

Später war Naxos Makedonien, in der Diadochenzeit Ägypten untertan, dann den Rhodiern, endlich den Römern.

Im Mittelalter erhielt die Insel den Namen Naxia. Nach Errichtung des römischen Kaisertums in Konstantinopel eroberte sie 1207 der Venezianer Marco Sanudo nebst den andern Kykladen, und der lateinische Kaiser Heinrich erhob 1210 den Eroberer zum erblichen Herzog des Archipelagus, der so genannten Dodekanesos und Náxos zum Sitz des Herzogtums.

Als das Haus Sanudo 1362 ausstarb, erhielt der Gemahl der Tochter des letzten Herzogs, Johann dalle Carceri, Herr von Negroponte, das Herzogtum Naxos.

Von 1383 bis 1566 herrschen dort die Crispi. 1566 (1579?) kam die Insel unter türkische Herrschaft. Sultan Selim II. erhob den portugiesische Juden Iussuf Nassy zum Herzog von Naxos.

Náxos fiel 1829 wieder an Griechenland.

Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist eine antike, nur aus dem Rohen zugehauene, fast 10 m lange Kolossalstatue, welche noch jetzt unweit der Bruchstelle liegt.

Die Hauptstadt Náxos, an der Nordwestküste, hat ein von den Venezianern erbautes Schloß, zwanzig Kirchen, drei Klöster und einen Hafen, ist Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs und eines griechisch-katholischen Bischofs.





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