Neue-Welt-Übersetzung

Die Neue-Welt-Übersetzung (NWÜ) ist eine Übersetzung der Bibel durch ungenannt bleibende Übersetzer (Neue-Welt-Bibelübersetzungs-Komitee) der Wachtturm-Gesellschaft. Sie wird vorrangig von den Zeugen Jehovas verwendet.

Als Grundlage für die Übersetzung der englischen Ausgabe wurde für den hebräischen Text die Biblia Hebraica von Rudolph Kittel (Ausgaben 1951 bis 1955) und für den griechischen Text "The New Testament in the Original Greek" von B. F. Westcott und F. J. A. Hort von 1881 verwendet. Berücksichtigt wurden auch andere Ausgaben von D. Ginsberg, Nestlé u.a..

Die Neue-Welt-Übersetzung wurde während der Jahre 1950 bis 1960 in sechs Bänden in englischer Sprache veröffentlicht. 1986 erschien eine Studienausgabe.

Table of contents
1 Ausgaben und Revisionen
2 Besondere Merkmale
3 Die Verwendung des göttlichen Namens Jehova

Ausgaben und Revisionen

Sie wurde bis zum Jahre 2000 in 34 Sprachen in Teil- und Vollausgaben herausgegeben. Die Gesamtauflage in allen Sprachen beträgt über 100 Millionen Exemplaren bis zum Jahr 2000.

Herausgeber: Watchtower Bible and Tract Society of New York, Inc. und International Bible Students Association Brooklyn, New York, U.S.A.

Druck in Deutschland: Wachtturm-Gesellschaft, Selters/Taunus, Neuselters

Von katholischen und protestantischen Christen wird sie abgelehnt. Ein Vorwurf ist, dass die nicht-englischen Übersetzungen von der englischen Übersetzung abgeleitet werden. Zeugen Jehovas verweisen dagegen auf den pragmatischen Ansatz, der es ihnen erlaubt, Übersetzungen schneller herzustellen und bei Übersetzungsfragen urtextliche Handschriften und ihr elektronisches System zur Übersetzungshilfe zu Rate ziehen zu können.

Besondere Merkmale

Die Verwendung des göttlichen Namens Jehova

Die Übersetzer gehen davon aus, dass das
Tetragramm als Jehova ausgesprochen werden soll (zum Problem der Aussprache siehe Jahwe.

Die Übersetzer weichen von der Tradition vieler Bibelübersetzer ab, den Eigennamen Gottes aus dem übersetzten Text herauszuhalten oder wieder herauszunehmen (wie bei der Elberfelder Bibel oder Van-Eß-Übersetzung geschehen). Sie sehen darin einen unzulässigen Eingriff, der einerseits mit den vorhandenen Handschriften nicht übereinstimmt und andererseits auch dem Willen des Autors der Bibel, Gottes, wiederspricht. Daher schreiben sie an 6828 Stellen Jehova, in der er auch in der Biblia Hebraica Stuttgartensia und der Biblia Hebraica von Kittel als Tetragramm wiedergegeben ist.

Des weiteren fügten sie den Namen an den vom Bibelgelehrten Christian David Ginsburg identifizierten 134 Stellen ein, an denen die jüdischen Sopherim ihn durch Adonaj und an acht Stellen, an denen sie ihn durch Elohim ersetzt hatten.

Besonders auffällig ist die Verwendung des Eigennamens Gottes im griechischen Text des Neuen Testaments an 237 Stellen, wo im griechischen Text kyrios steht. Diese Stellen sind mit einer ausführlichen Begründung im Anhang der Bibelausgaben aufgelistet.

Die Übersetzer sehen es nicht als erwiesen an, dass der Name Gottes im ersten Jahrhundert der allgemeinen Öffentlichkeit nicht bekannt gewesen sei oder seine Aussprache zu jener Zeit bereits unbekannt war. Sie verweisen dabei auf Funde der Septuaginta, die belegen, dass zur Zeit der ersten Christen auch diese griechischen Wiedergaben des Alten Testaments den Namen Gottes trugen. Daher geben sie den Namen Gottes u.a. an den Stellen wieder, in denen aus den hebräischen Schriften, dem Alten Testament, zitiert wird. Zur weiteren Dokumentation verweisen sie auf eine Auswahl von hebräischen Übersetzungen des griechischen Neuen Testaments, in denen die damaligen Übersetzer ebenfalls das Tetragrammaton als Gottesname mit aufnahmen.

Im Anhang der Neuen-Welt-Übersetzung werden die älteren deutschsprachige Übersetzungen aufgeführt, bei denen im Neuen Testament der Name Gottes als Jehova wiedergeben wurde, z.B. im Neuen Testament des evangelischen Theologen Johann Christoph Friedrich Schulz, Leipzig, 1774. Auch die Ausgaben der Luther-Übersetzung von 1545 und 1546 geben nach Auskunft der Übersetzer den Gottesnamen in der für ihn reservierten Druckform HERR (in Großbuchstaben) wieder. Schließlich verweisen sie auf die Fußnote zu Matthäus 1, 20 in der Elberfelder Bibel, gemäß der "'Herr', ohne Artikel, ... hier und an vielen anderen Stellen den Namen 'Jehova'" bezeichne.



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