Niederländisch-Indien

heute Indonesien

Niederländisch-Indien war die erste holländische Kolonie. Mithilfe des Rohstoffreichtums, erlangte die Kolonialmacht einen großen Wohlstand.

Table of contents
1 Geschichte bis zum 16. Jahrhundert
2 17. bis 19. Jahrhundert
3 20. Jahrhundert
4 Quellen
5 Links
6 Weblinks

Geschichte bis zum 16. Jahrhundert

Den Grundstock der indonesischen Bevölkerung bilden mongolisch-kaukasische Völker, die vor Beginn unserer Zeitrechnung in mehreren Einwanderungswellen ins Land gekommen sind. In den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt übten die indische Kultur und später im Gefolge arabischer und persischer Kaufleute der Islam großen Einfluss aus. 1487 umfuhr der Portugiese Bartolomeo Diaz erstmals das Kap der Guten Hoffnung und fand damit den Seeweg nach Indien. In der Folge stießen die Europäer in den indonesischen Raum vor, um den bislang von Orientalen betriebenen Gewürzhandel zu übernehmen. Nach fast 100-jähriger portugiesischer Dominanz setzten sich um 1600 die Niederländer als Kolonialherren durch.

17. bis 19. Jahrhundert

Nach der Auflösung der Vereinigten Handelskompanie im Jahre 1799, übernahm der Staat Niederlande die Kolonie. In der Zeit, in der Napoleon in den Niederlanden herrschte, waren die niederländischen Kolonien in Ostasien durch die Engländer eingenommen worden. 1816 erhielten die Niederländer die Herrschaft über das indonesische Inselreich zurück (musssten dafür allerdings im Vertrag von London auf Ceylon und die Region am Kap der Guten Hoffnung verzichten).

Nach 1816 zogen die Niederländer zunächst, wie vor ihnen die Engländer, eine Pacht von den einheimischen Bauern ein: In jedem Dorf hatte der Vorsteher dafür zu sorgen, dass ein Geldbetrag abgeliefert wurde, der zwei Fünfteln des Wertes der örtlichen Reisernte entsprach. General-Gouverneur Johannes van den Bosch erwirkte, dass um 1830 ein neues System eingeführt wurde, das so genannte cultuurstelsel. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort Gewinn bringend verkauft. 1870 wurde das cultuurstelsel schließlich nach einer Entscheidung im Parlament des niederländischen Mutterlandes abgeschafft. Fortan war es für niederländische Privatleute möglich, Land von den einheimischen Bauern zu pachten, um hierauf Plantagen anzulegen.

20. Jahrhundert

Japanische Besatzung

Ende 1941 begannen die Japaner, die indonesischen Inseln zu besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und die Verbesserung ihrer strategischen Position. Von Stützpunkten auf den indonesischen Inseln wurden die australischen Städte Darwin und Broome bombardiert. Im März 1942 kapitulierten die Niederländer. Die fast 350-jährige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vorüber. Die meisten Indonesier begrüßten die Japaner als Befreier vom Joch der Europäer. Die Begeisterung verflog allerdings rasch, als die asiatischen Nachbarn ein Schreckens- und Willkürregime aufbauten. Die Herrschaft der Japaner endete mit ihrer Kapitulation am 15.8.1945.

Unabhängigkeit und Kampf um den Staatserhalt

Zwei Tage später riefen Sukarno und Mohammed Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus. Aber die ersten Jahre der Souveränität standen im Zeichen des existentiellen Kampfes gegen die alten Kolonialherren. Im Gefolge britischer Truppen wieder ins Land gekommen, übernahmen die Niederländer in verschiedenen wichtigen Städten erneut die Kontrolle. Im Juli 1947 und Dezember 1948 erkämpften sie sich in zwei "Polizeiaktionen" die Herrschaft über weite Teile des Landes. Hierbei wurden auch Sukarno und Hatta gefangengenommen und deportiert. Einige Landesteile - oft von Niederländern angestiftet und unterstützt - versuchten, sich aus dem Staat auszugliedern Kommunisten riefen in Ostjava 1948 die Sowjetrepublik Indonesien aus, Militärrevolten führten zu jahrelangen blutigen Auseinandersetzungen. Erst ein Beschluss der UNO (Konferenz in Den Haag, 23.8.-2.11.1949) beendete den blutigen Guerilla-Krieg gegen die Niederländer und konnte diese dazu bewegen, ihre Souvärintätsrechte bedingungslos und unwiederruflich an Indonesien zu übergeben. Sukarno wurde Präsident der 16 "Vereinigten Staaten von Indonesien".

Quellen

Links

Weblinks