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Nikolaus von Kues (latinisiert: Nicolaus Cusanus) wurde als
Nikolaus Chrifftz (= Krebs) und Sohn eines wohlhabenden Weinhändlers 1401
in Kues an der Mosel geboren. Mit fünfzehn beginnt er zu
studieren, 1417 beginnt er in Padua ein sechsjähriges Studium.
Padua ist das geistige Zentrum der damaligen Zeit.
Nikolaus studiert in Heidelberg(1416/17) und Padua (1417-23) Mathematik, Physik, Astronomie,
Medizin, antike Philosophie und Jura - nur nicht Theologie. Mit 22 erwirbt er den Doktortitel in Jura (doctor decretorum).
Danach studiert er in Köln Theologie.
Er beginnt eine kirchliche Laufbahn, die ihn bis in die Führungsspitze der Kirche bringt: mit 26 Dekan am Florinstift in Koblenz,
dann Probst von Münstermaifeld (1435-1445) mit 29 Sekretär des Erzbischofs von Trier und dessen Bevollmächtigter auf dem Basler Konzil (1432-1437), zuerst auf Seiten der Konzilspartei, dann Parteigänger des Papstes. 1438 wird er Domkanoniker in Lüttich und 1438-48 päpstlicher Gesandter bei den deutschen Reichs- und Fürstentagen, 1450 erhält er das Fürstbistum Brixen im heutigen Südtirol und wird von Papst Nikolaus V zum Kardinal erhoben - der einzige deutsche Kardinal seiner Zeit. 1450-52 unternimmt er eine Legationsreise durch Deutschland, um Kirche und Klöster zu reformieren. Dabei war eines seiner Anliegen die Förderung des Glaubenswissens im Volk (später von der Reformation aufgegriffen). Zeugnis dafür sind die damals aufgehängten und in verschiedenen Kirchen noch vorhandenen Tafeln mit dem Vaterunser und den Zehn Geboten in der Volkssprache.
Nikolaus Cusanus war der erste, der die "Konstantinische Schenkung", die als Grundlage für den Kirchenstaat diente und über 700 Jahre von niemandem angezweifelt wurde, als Fälschung entlarvte.
Die letzten sechs Jahre seines Lebens ist er als Generalvikar und Kurienkardinal Ratgeber Papst Pius II mit einer Reform des Klerus und der allgemeinen Kirchenreform befasst. Er galt als ernstzunehmender Nachfolgekandidat für das nächste Konklave.
Nikolaus von Kues stirbt am 11. August 1464 in Todi,
Umbrien. Sein Grab ist in der Kirche S. Pietro in vincoli in Rom. Sein Herz ruht in der Kapelle des von ihm gestifteten St.-Nikolaus-Hospitals (Cusanusstift) in Bernkastel-Kues. Dort befindet sich auch Nikolaus' erhaltengebliebene Bibliothek, die mit ihrer Sammlung von hunderten mittelalterlichen Handschriften, Inkunabeln und Wiegendrucken aus Theologie, Philosophie, Wissenschaft und Mathematik als eine der wertvollsten Privatbibliotheken der Welt gilt.
Kues glaubte daran, dass die Menschen Gott nicht erfassen
können. Die von ihm entwickelten Ideen erscheinen im heutigen
Licht sehr modern: Unendlichkeit des Alls,
die Erde nicht im
Mittelpunkt des Universums, Erdrotation,
bewohnte extra-solare
Planeten, Relativität von Maßen und
daraus folgend das Fehlen
einer absoluten Exaktheit von Messungen, um nur einige zu nennen.
Er beschäftigte sich auch mit diagnostischer Medizin, Botanik
und Kartografie und führte wissenschaftliche Experimente durch.
Er nahm die Ideen vieler Denker vorweg, wie
etwa von Giordano Bruno, Kopernikus, Johannes Kepler,
Galileo Galilei, Isaac Newton und Albert Einstein. Die paradoxale Grundfigur seines Denkens ist die coincidentia oppositorum, das Zusammenfallen des Entgegengesetzten.
Die Pfründenpraxis der spätmittelalterlichen Kirche wurde und wird von der historischen Forschung im Allgemeinen als Missstand eines reformbedürftigen katholischen Christentums beklagt. Doch waren die damaligen Geistlichen auf Pfründen angewiesen, nur so wurde ihr Lebensunterhalt gesichert. Auch Nikolaus von Kues hat sich an der „Jagd nach den Pfründen“ beteiligt, weniger gute Präbenden gegen bessere getauscht, Pfründen gehäuft, Präbenden sich reservieren lassen. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Pfründen des Nikolaus von Kues:
Stellvertretend für die Bemühungen um eine Reform des Julianischen Kalenders im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit ist der Theologe, Philosoph und Mathematiker Nikolaus von Kues zu nennen. In seiner Schrift "De correctione calendarii" geht Nikolaus von Kues anlässlich des Konzils von Basel (1436) auch auf die Fehlerhaftigkeit von Julianischem Kalender und Osterrechnung ein. Doch konnte sich das Konzil nicht zu einer Kalenderreform entschließen, so dass erst über ein Jahrhundert später die Gregorianische Kalenderreform die Missstände beseitigte (1582).
Beispielhaft sei hier die Ablassurkunde des Kardinals Nikolaus für das Kanonikerstift (Düsseldorf-) Kaiserswerth angeführt (HStAD Kaiserswerth, Urkunde. 448). Der Kardinal befand sich in den Jahren 1451-1452 auf einer ausgedehnten Legationsreise durch das römisch-deutsche Reich, als er an der Wende zum Jahr 1452 auch den Niederrhein erreichte. Hier muss es – wahrscheinlich in Köln – zur Aufnahme von Beziehungen zwischen dem Kardinal und den Kaiserswerther Stiftskanonikern gekommen sein. Ergebnis dieser Kontakte war die in Frankfurt am Main, am 18. März 1452 ausgestellte Urkunde des Kardinals Nikolaus von Kues für die Kaiserswerther Marienkapelle der Kaiserswerther Suitbertusbasilika. Die Urkunde verspricht jedem gläubigen Besucher an bestimmten Festtagen des Kirchenjahres, u.a. an den Herren- und Marienfesten sowie an den Festtagen des heiligen Suitbert, einen Ablass von einhundert Tagen auf die Strafe im Fegefeuer, sofern der Beter und Büßer an der ‚Salve Regina‘-Andacht teilnimmt und zu Bau und Ausstattung der Stiftskirche beiträgt.
Das Schriftstück steht damit zum einen für die seelsorgerische Tätigkeit des Nikolaus von Kues, in der neben der Predigt auch dem Ablass eine große Rolle zukommt. Nikolaus verwendete die Ablässe, um in der Bevölkerung eine sittlich-moralische Wirkung (im Sinne der katholischen Papstkirche) zu entfalten.
Die Urkunde offenbart zum anderen das Verhältnis des Nikolaus zur Gottesmutter Maria. Das Marienbild des Kardinals entsprach durchaus der Marienfrömmigkeit seiner Zeit, theologisch reflektiert hat er Maria kaum. Innerhalb seiner Christologie bzw. Soteriologie fallen – gemäß der "coincidentia oppositorum", dem „Ineinsfall der Gegensätze“ – bei Jesus Christus Gott und Mensch, das Größte und das Kleinste, zusammen, ohne sich gemäß den zwei Naturen Christi zu vermischen. Menschliche und göttliche Sohnschaft Christi sind aber aufs Innigste geeint, was laut Cusanus die jungfräuliche Geburt durch die ewige Jungfrau Maria impliziert. Und in der Predigt "Dies sanctificatus" („Geweihter Tag“) zu Weihnachten 1440 hatte Nikolaus von Kues in seiner damals dargelegten „Inkarnationsphilosophie“, die „Fleischwerdung des Herrn“ voraussetzend, die Jungfräulichkeit Marias vor, bei und nach der Geburt des Gottessohnes postuliert. Die Fleisch- und Menschwerdung Christi verknüpfte über den Gottessohn die Menschheit mit dem absoluten Maximum Gottes – ganz im Sinne der kusanischen Trinitätsphilosophie und dem eben genannten Ineinsfall der Gegensätze in Gott.
häufig im Zusammenhang mit Nikolaus von Kues und seiner Schrift Vom Nicht-Anderen (De li non aliud) (1462) zu finden.
Leben
Denken
Die Pfründen des Nikolaus von Kues
Nikolaus von Kues und die Kalenderreform
Nikolaus von Kues, der Ablass und die Gottesmutter Maria
Werke
Literatur
Abkürzungen
Weblinks
non aliud, [lat.] zu non = nicht, und aliud = anders.