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Es gab insgesamt drei Nordische Kriege:
August II. verlor 1702 Warschau und anschließend die Schlacht von Klissow am 9. Juli 1702 bei Krakau. Aber die meisten Polen waren in den folgenden Jahren über das Verhalten der Schweden in ihrem Land so ungehalten, dass sie Karl XII. einen pausenlosen Kleinkrieg aufzwangen, der die Kräfte der Schweden band. Karl XII. versuchte 1704, den Polen in Stanislaus I. Leszczynski einen neuen König aufzudrängen. Aber dessen Anhänger blieben in der Unterzahl. Im gleichen Jahr erschienen russische Truppen wieder auf dem polnischen Kriegsschauplatz und wurden 1705 bei Grodno zum Rückzug gezwungen. Aber dann erlitt August der Starke bei Fraustadt 1706 eine vernichtende Niederlage, die auch durch den anschließenden Sieg bei Kalisch 1706 nicht relativiert werden konnte. Schwedischen Truppen marschierten (diszipliniert) in Sachsen ein und zwangen August zum Frieden von Altranstädt (24. September/19. Dezember 1706).
August musste als polnischer König zugunsten Stanislaus Leszczynskis abdanken und eine hohe Kriegsentschädigung zahlen. Die Polen (Konföderation von Sandomierz) erkannten die Abdankung nicht an, schwankten aber. Der Zar Peter I. stand nun allein gegen den Schweden und erschien 1708 mit seiner Armee in Polen. Zu Karls Unglück war der Winter 1708/09 außergewöhnlich hart und Russland gelang es, seinen Tross zu erbeuten. Erwartete Verstärkungen durch die Kosaken Mazepass blieben aus. Zu Beginn des Frühjahrs 1709 war nur noch ein Drittel der schwedischen Armee mit zu wenigen Kanonen einsatzbereit. Karl XII. griff Peter I. trotzdem in der entscheidenden Schlacht von Poltawa in der Ukraine am 8. Juli 1709 an und verlor. Er floh in die Türkei.
Nun traten Sachsen-Polen und Dänemark 1709 einem zweiten Bündnis gegen Schweden bei und August der Starke holte sich die polnische Krone zurück. Ein Versuch der Schweden, das Blatt noch einmal zu wenden, wurde trotz ihres Sieges bei Gadebusch 1712 vereitelt. Auch Karl XII., der 1714/15 eilig aus der Türkei zurückkehrte, konnte vor Stralsund gegen die Übermacht nichts mehr ausrichten, der nun auch Preußen und Hannover beitraten. Am 11. Dezember 1718 fiel er vor einer kleinen Festung im (dänischen) Norwegen durch eine (nicht zufällig?) verirrte Kugel. Ein großer Teil der Schuld an der schwedischen Niederlage fällt auf ihn, da dieser 'Helden'-König unfähig zur Diplomatie war. Er schlug zahlreiche günstige Friedensangebote seiner Gegner aus.
Am 10. September 1721 kam es zum Frieden von Nystadt zwischen Eleonore, der Schwester Karl XII. und Peter I., bei dem letzterer den größten Teil der schwedischen Ostseeprovinzen (Livland, Estland, Karelien) bekam. Russland war damit zur vierten europäischen Großmacht aufgestiegen.