Norm (Mathematik)

Eine Norm ist in der Mathematik eine Funktion, die die "Länge" von Vektoren angibt. Man kann den Begriff auch auf Matrizen erweitern.

In endlichdimensionalen Vektorräumen, z.B. V = Rn, wird die Norm ||x|| des Vektors x als der Abstand von x zum Nullvektor interpretiert, den Abstand zweier Vektoren x und y kann man als Norm ihres Differenzvektors angeben,

d(x,y) = ||x- y||.

Die so definierte Funktion d ist eine Metrik auf V.

Table of contents
1 Definition
2 Vektornormen
3 Matrixnormen

Definition

Sei V ein Vektorraum über dem Körper R oder C. K bezeichne diesen Körper. Eine Funktion ||·||: V -> R mit folgenden Eigenschaften für alle Vektoren x,y aus V und Skalare α aus K heißt Norm auf V:

Ein Vektorraum mit einer Norm heißt normierter Vektorraum oder normierter Raum.

Vektornormen

Ein normierter Vektorraum ist mit der oben angegebenen Metrik ein metrischer Raum, und auch ein topologischer Raum. Die Norm bestimmt dabei die topologische bzw. geometrische Struktur des Raumes.

p-Normen

Für endlichdimensionale Räume sind die so genannten p-Normen definiert als:

Dabei ist p eine reelle Zahl größergleich 1, n ist die Dimension des Vektorraums und |xi| der Absolutbetrag der i-ten Vektor-Komponente. Für den zweidimensionalen Fall erhält man z.B. für den Vektor (x,y) die Normen

Betrachtet man nun bezüglich dieser Normen den Einheitskreis, d.h. die Menge aller Vektoren x, deren Abstand zum Ursprung (dessen Norm) 1, und stellt dies im Koordinatensystem dar, so ergeben sich die Graphen:

p = 1
p = 2
p = ∞
Nur für p=2 entspricht das Bild des Kreises dem, was man sich im gewöhnlichen Sprachgebrauch unter einem Kreis vorstellt. In diesem gilt die allgemeine Kreisgleichung x² + y² = r². Die von ||·||2 definierte Metrik d2 entspricht dem Abstand zweier Punkte in der Euklidischen Ebene. Die 2-Norm wird deshalb auch Euklidische Norm genannt und ein Vektorraum mit der 2-Norm heißt Euklidischer Raum.

lp-Normen

Die "lp-Normen" sind eine Verallgemeinerung der p-Normen auf spezielle unendlichdimensionale Vektorräume.

Betrachte die Menge RN aller reellen Zahlenfolgen. Für eine reelle Zahl p ≥ 1 bzw. das Symbol p = ∞ betrachten wir die Teilmenge

aller "in p-ter Potenz summierbaren Folgen" bzw. aller beschränkten Folgen. Dies sind R-Vektorräume. Auf diesen Mengen definiert man die so genannte lp-Norm:

Mit diesen Normen werden die lp zu (vollständigen?) normierten Räumen.

Lp-Normen

Die Definition der Lp-Räume und -Normen wird hier nur kurz angerissen, ausführlichere Informationen dazu im Artikel Lp-Raum.

Analog zu den Folgenräumen kann man den Vektorraum der Funktionen von R nach R betrachten, und darin die "in p-ter Potenz integrierbaren Funktionen" herausgreifen, für die man so genannte Lp-Normen definiert. Das ist jedoch erstmal nur eine Pseudonorm, da ||f|| = 0 nicht ausschließlich für die Nullfunktion gilt. Man geht deshalb über zu einem Faktorraum (den man Lp nennt), auf dem die Lp-Norm dann eine Norm ist.

Matrixnormen

Für reelle oder komplexe Matrizen definiert man die folgenden Normen, die vor allem in der Numerik nützlich sind.

Spaltensummennorm
Spektralnorm ,
wobei der betragsgrößte Eigenwert ist.
Zeilensummennorm




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