Nürnberger Prozesse

In den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wurden führende Nazi-Größen des so genannten Dritten Reichs angeklagt. Erstmals in der Geschichte wurden Politiker persönlich für das Führen eines Angriffskrieges und für Massenvernichtung zur Verantwortung gezogen. Rechtshistorisch sind die Kriegsverbrecherprozesse damit Vorläufer des 2003 eingerichteten Internationalen Strafgerichtshof, (ICC) in Den Haag. {| width="200" style="float:right; margin-left:10px; margin-bottom:6px" | |----- | align="center" | Acht der Angeklagten in Nürnberg
vordere Reihe v.l.n.r.: Göring, Heß, Ribbentrop, Keitel
dahinter: Dönitz, Raeder, Schirach, Sauckel
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Bei den Treffen in Teheran (1943), Jalta (1945) und Potsdam (1945) hatten sich die drei größten Krieg führenden Parteien USA, Großbritannien und die Sowjetunion darauf geeinigt, die Verantwortlichen für die Kriegsverbrechen zur Rechenschaft zu ziehen. Auch Frankreich erhielt einen Platz im Tribunal.

Die Sowjetunion wollte die Prozesse in Berlin durchführen, für Nürnberg sprach jedoch, dass der Justizpalast weitgehend unbeschädigt geblieben war und ein großes Gefängnis dazugehörte. Außerdem war Nürnberg die Stadt der NSDAP-Reichsparteitage gewesen, und somit war es auch von symbolischer Bedeutung, die führenden Nationalsozialisten gerade hier abzuurteilen.

Table of contents
1 Die Anklagepunkte
2 Hauptangeklagte:
3 Weblinks

Die Anklagepunkte

lauteten:
  1. Verschwörung gegen den Weltfrieden
  2. Verbrechen gegen den Frieden, Planung und Durchführung eines Angriffskrieges
  3. Kriegsverbrechen
  4. Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Als Kriegsverbrechen wurden besonders die Verbrechen an der Zivilbevölkerung untersucht; die Verbrechen des Holocaust wurden unter dem vierten Anklagepunkt verhandelt. 240 Zeugen wurden gehört, 300.000 Eidesstattliche Erklärungen zusammengetragen; das Sitzungsprotokoll umfaßt 16.000 Seiten.

Hauptangeklagte:

Personen

{| cellspacing="1" border="0" bgcolor="white" |----- bgcolor=#C0C0C0 ! Angeklagter ! Anklagepunkte ! Schuldig in ! Urteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Martin Bormann || 1,3,4 || 3,4 || Todesurteil (in Abwesenheit) |----- bgcolor=#EEEEEE | Karl Dönitz || 1,2,3 || 2,3 || 10 Jahre Haft |----- bgcolor=#EEEEEE | Hans Frank || 1,3,4 || 3,4 || Todesurteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Wilhelm Frick || 1,2,3,4 || 2,3,4 | Todesurteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Hans Fritzsche || 1,3,4 || - || Freispruch |----- bgcolor=#EEEEEE | Walter Funk || 1,2,3,4 || 2,3,4 || lebenslange Haft |----- bgcolor=#EEEEEE | Hermann Göring || 1,2,3,4 || 1,2,3,4 | Todesurteil (tötete sich vor der Vollstreckung selbst) |----- bgcolor=#EEEEEE | Rudolf Heß || 1,2,3,4 || 1,2 || lebenslange Haft |----- bgcolor=#EEEEEE | Alfred Jodl || 1,2,3,4 || 1,2,3,4 | Todesurteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Ernst Kaltenbrunner || 1,3,4 || 3,4 | Todesurteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Wilhelm Keitel || 1,2,3,4 || 1,2,3,4 | Todesurteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Gustav Krupp von Bohlen und Halbach | 1,2,3,4 || - | Verfahrenseinstellung aus gesundheitlichen Gründen |----- bgcolor=#EEEEEE | Robert Ley || 1,2,3,4 || - | (tötete sich vor dem Urteilsspruch selbst) |----- bgcolor=#EEEEEE | Konstantin von Neurath || 1,2,3,4 | 1,2,3,4 || 15 Jahre Haft |----- bgcolor=#EEEEEE | Franz von Papen || 1,2 || - || Freispruch |----- bgcolor=#EEEEEE | Erich Raeder || 1,2,3 || 1,2,3 || lebenslange Haft |----- bgcolor=#EEEEEE | Joachim von Ribbentrop || 1,2,3,4 | 1,2,3,4 || Todesurteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Alfred Rosenberg || 1,2,3,4 || 1,2,3,4 | Todesurteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Fritz Sauckel || 1,2,3,4 || 3,4 || Todesurteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Horace Greely Hjalmar Schacht || 1,2 | - || Freispruch |----- bgcolor=#EEEEEE | Baldur von Schirach || 1,4 || 4 || 20 Jahre Haft |----- bgcolor=#EEEEEE | Arthur Seyß-Inquart || 1,2,3,4 || 2,3,4 | Todesurteil |----- bgcolor=#EEEEEE | Albert Speer | 1,2,3,4 || 3,4 || 20 Jahre Haft |----- bgcolor=#EEEEEE | Julius Streicher || 1,4 || 4 || Todesurteil |}

Organisationen

Die Verhandlungen begannen am 20. November 1945. Am 30. September und am 1. Oktober 1946 wurden die Urteile verkündet. Die Todesurteile wurden am 16. Oktober 1946 in der Sporthalle des Nürnberger Gefängnisses vollstreckt.

siehe auch: Entnazifizierung

Der Ort des Prozesses ist heute im Rahmen von Führungen am Wochenende zu besichtigen: Justizpalast, Schwurgerichtssaal 600, Fürther Str. 110, Nürnberg.

Weblinks





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