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Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt als Hauptstadt des Burgenlandes vorgesehen, dessen bei weitem größte Stadt es gewesen wäre. Es gelang der ungarischen Regierung aber, eine Volksabstimmung über den Verbleib bei Ungarn anzusetzen, die im Dezember 1921 mit 65,2% für Ungarn ausging. Dabei spielte wohl auch die Etablierung des Horthy-Regimes eine Rolle, die dem Bürgertum die Angst vor den "Roten" nahm, während sozialdemokratische Wähler eher für Österreich stimmten.
Heutzutage ist Ödenburg ein aufstrebender Wirtschaftsstandort in Westungarn, der längst schon mit Österreich wirtschaftlich verbunden ist. In den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts war es ein attraktives Einkaufsziel für die Bewohner des Ballungsraumes Wien, was der Stadt auch den Spottnamen Shop-ron einbrachte. Heute noch werden sehr gerne Zahnärzte aufgesucht, die bis zu einem Drittel billiger sind als österreichische Kollegen.
War die exponierte Lage der Stadt zur Zeit des Eisernen Vorhanges ein massiver Nachteil, hat sich dies völlig geändert. Aufgrund ihrer nunmehr günstigen Verkehrslage könnte sie sich zu einem wirtschaftlichen Gravitationszentrum Ostösterreichs entwickeln.