Ökonomischer Tausch

"Was hat denn andern Wert als wir es schätzen?" (Troilos) - Shakespeare

Der ökonomische Tausch ist kein Äquivalenztausch. Der ökonomische Tausch ist ein Tausch unter dem Aspekt, dass das zu tauschende Ding oder die zu tauschende Leistung einen rein subjektiven Wert hat. Die Tauschparteien messen dem zu tauschenden Ding oder der zu tauschenden Leistung normalerweise unterschiedlichen Wert zu. Dabei ist der Wert, dem die eine Partei dem Tauschobjekt zumisst (Limit) für die jeweils andere Tauschpartei unsichtbar.

Beispiel: Anton ist Nichtraucher und besitzt eine Zigarre, die für ihn 2 € Wert ist, die er also für unter 2 € nicht hergeben würde. Bruno ist Raucher und weiß, dass Antons Zigarre im Laden 7 € kostet, er wäre also bereit, maximal 7 € dafür zu zahlen. Da er nicht weiss, wieviel die Zigarre für Anton wert ist, bietet er ihm 5 € dafür an. Anton stimmt dem Handel zu. Bruno hat durch diesen Handel einen Tauschvorteil von 2 €. Anton hat ebenfalls einen Tauschvorteil: 3 €.

Beim ökonomischen Tausch haben beide Parteien einen Tauschvorteil. Es besteht auf keiner Seite Rücktauschbereitschaft. Im Gegensatz zum Äquivalenztausch gibt es beim ökonomischen Tausch keinen feststehenden Preis, sondern ein feststehendes Preisintervall, innerhalb dessen sich der letztendliche Preis bewegen muss. Dieses Preisintervall besteht innerhalb der Grenzen der Tauschbereitschaft (Limits) von Anbieter und Nachfrager. Überschreitet das Limit des Anbieters das des Nachfragers, wird folglich kein Tausch zustande kommen.

p : tatsächlicher Preis;

: Limit des Anbieters;
: Limit des Nachfragers

Preisintervall :

Das Preisintervall ist beiden Tauschpartnern unbekannt. Zur Preisbildung kommt es durch Feilschen. Dabei versuchen die beiden Tauschparteien jeweils das größere Stück des unbekannten Tauschvorteils tv zu bekommen.

gesamter Tauschvorteil:

Tauschvorteil des Anbieters:

Tauschvorteil des Nachfragers:

Der tatsächliche Preis kann von keiner der beiden Tauschparteien eingeschätzt werden. Die bestmöglichste Schätzung (Erwartungswert) ist das arithmetische Mittel der Limits.

Erwartungswert:

Der ökonomische Tausch wird heute in großem Stil an den Börsen praktiziert. Käufer und Verkäufer gehen mit festen Limits an den Markt (Ausnahmen: Billgst="kaufe zu jedem Preis", Bestens="verkaufe für jeden Preis"). An der Stelle, an der sich Angebot und Nachfrage treffen, bildet sich der Kurs eines Papiers. Wer zu diesem Kurs tauschen will, kann tauschen.



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