Opioide

Opioide (von lat. opiumähnliche) sind eine chemisch heterogene Gruppe der Analgetika die ihre schmerzstillenden Eigenschaften durch Wechselwirkung mit speziellen Rezeptoren entfalten. Außer als Schmerzmittel werden Opioide in der Anästhesie auch zu Narkosezwecken eingesetzt. Sie sind aber auch als Suchtmittel von Bedeutung.

Der Name der Stoffgruppe leitet sich vom natürlichen Stoffgemisch Opium ab, dessen Bestandteile Opiate genannt werden, worunter unter anderem Morphium ist. Als Opioide werden dagegen alle Stoffe bezeichnet, die als Liganden an den (Opioidrezeptoren) im Gehirn wirken, also auch synthetisierte, wie Heroin, welches kein Opiat ist. Nicht alle Opiate sind Opioide.

Table of contents
1 Wirkungsweise
2 Substanzen

Wirkungsweise

Rezeptoren

Es werden mehrere unterschiedliche Typen und Subtypen der Opioidrezeptoren unterschieden

   		

               
               

               
               

               
               

               
               

               
               
               
               
Opioidrezeptoren
Typ Lokalisation Wirkung
μ1 (Mü1) und μ2 (Mü2) Gehirn Analgesie, Atemdepression, Herz-Kreislauf-Wirkungen
μ2 spinal Analgesie, Magen-Darm-Wirkung, Euphorie, Sucht
μ peripher Analgesie, Magen-Darm-Wirkung, Juckreiz
κ (Kappa) Gehirn, spinal Analgesie, Sedierung
δ (Delta) Gehirn, spinal, peripher Magen-Darm-Wirkung, Modulierende Wirkung
bisher nicht identifizierter Rezeptor Miosis, Übelkeit, Erbrechen

Agonisten und Antagonisten

Die einzelnen Substanzen haben unterschiedliche Affinitäten zu den einzelnen Rezeptortypen und können dort Wirkungen auslösen oder sie blockieren.

Im Falle der Auslösung einer Wirkung spricht man von Agonisten. So sind z.B. Morphium und Heroin reine μ-Agonisten und bewirken somit ausgeprägte Schmerzstillung aber auch Atemdepression.

Antagonisten können durch ihre spezielle Wechselwirkung mit dem Rezeptor Wirkungen von Agonisten blockieren oder deren Wirkung aufheben. So hebt Naloxon die Wirkung von Morphium und Heroin auf. Dieser Umstand wird in der Notfallmedizin bei der Behandlung von Überdosierungen bei Abhängigen genutzt.

Substanzen

   		

               
   		

               
   		

   		

   		

   		

   		

intravenöse Opioide
relative Potenz Wirkdauer Rezeptorspezifikation Bemerkung
Morphin 1 15-30min rein μ-Agonist
Fentanyl 100-300 30min μ-Agonist
Alfentanil 40-50 2min μ-Agonist
Remifentanil 200 1min μ-Agonist
Buprenorphin 40-50 1-1,5 partieller μ-Agonist, κ-Antagonist wirkt bei alleiniger Gabe schmerzstillen, in Kombination mit Agonisten antagonistisch!
Naloxon 30-45min reiner Antagonist (μ, κ, δ)

Opioide Schmerzmittel, die nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen:

Opioide Schmerzmittel, die dem BtMG unterliegen:

siehe auch Opiate





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