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Geschichte
In den fünfziger Jahren erlebte das Opus Dei seine Blütezeit unter dem spanischen Diktator Francisco Franco. Nach dem Tod Francos waren rund die Hälfte der Kabinettsmitglieder Mitglieder des Werkes. Jedoch waren auch viele durch das Franco Regime Verfolgte Mitglieder des Opus Dei.
Der Gründer enthielt sich jeder politischen Einmischung. Er forderte jedoch, dass alle Mitglieder nach besten Wissen und Gewissen im christlichen Sinn handeln. Im Jahr 1982 erging vom Vatikan aus ein Erlass, der Opus Dei zu einer Personalprälatur erhob, dadurch wurden die Mitglieder sowohl an die Vorgaben des Prälaten als auch an die des Ortsbischofs gebunden. Das Opus Dei beginnt seine Arbeit in keiner Diözese ohne die Zustimmung des Bischofs. Diese wird jedoch zumeist gerne erteilt.
Kanonisation
200.000 Menschen kamen zur Seligsprechung von Josemaría Escrivá im Mai 1992 durch Papst Johannes Paul II.. Im Oktober 2002 wurde er heilig gesprochen.
Organisation
Inzwischen zählt die Organisation an die 80.000 Mitglieder in über 90 Ländern.
An der Spitze steht der Prälat des Opus Dei, seit 1994 Bischof Javier Echevarría. Er ist nach Alvero del Portillo der zweite Nachfolger des Gründers Josémaria Escrivá.
Das Opus Dei ist in zwei Abteilungenen unterteilt - eine männliche und eine weibliche Abteilung. Die Mitglieder sind größtenteils Laien, aber auch Kleriker, wobei letztere aus den Mitglieder rekrutiert werden. 80-90% der Mitglieder sind verheiratet und leben in ihren Familien (Supernumerarier), unverheiratete Mitglieder leben entweder in den Opus Dei Bildungszentren (Numerarier, die Akademiker sein müssen) oder in eigenen Häusern oder bei ihren Familien (Assoziierte, die nicht Akademiker sein müssen). Die in den Bildungszentren lebendenden Numerarier (Laien u. Priester der Prälatur) sind für die streng katholische Bildung der Mitglieder hauptverantwortlich. Unterstützt werden können sie dabei von ausgewählten Supernumerariern. Alle Mitglieder sind aufgerufen, - auch und gerade in den unscheinbaren Dingen des Alltags - nach Heiligkeit zu streben, also nach der christlichen Forderung nach dem Leben in Fülle (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil).
Überwiegend leben und arbeiten die Mitglieder in ihren selbstgewählten Lebensumständen und Berufen. Von Seiten der Prälatur werden in der Regel keine Vorgaben gemacht, welchen Beruf beispielsweise ausgeübt werden soll, im Gegensatz zu der Praxis in den Orden, wo durchaus von Oberen Einfluss auf die Berufsausübung genommen wird. Es kann jedoch bei Numerariern vorkommen, dass von ihnen verlangt wird, einen Beruf aufzugeben um sich ganz der Bildungs- oder Leitungsarbeit des Opus Dei zu widmen.
Das Opus Dei hat den Ruf sehr elitär zu sein. Tatsächlich soll aber - wenn das Opus Dei lange genug in einem Land vertreten ist - die soziale Struktur des Landes durch die Mitglieder, die aus allen Schichten kommen, wiedergespiegelt werden.
Die einzelnen Mitglieder bzw. mehrere Mitglieder gemeinsam errichteten mit Spenden, die unter erheblichem persönlichen Einsatz lukriert werden, eigene Ausbildungszentren (z.B. für Landwirtschaft), Schulen, Studentenheime, Wirschaftsschulen (z. B. Iese, Barcelona), Kulturzentren und sogar zwei Universitäten (in Navarra, Spanien und eine weitere in Piura, Peru). Diese Zentren sind sog. kooperative Werke, sie entstehen auf Eigeninitiative der Mitglieder des Opus Dei, die religiöse Bildung in diesen Zentren ist dem Opus Dei anvertraut. Weitere Initiativen sind im Aufbau begriffen.
So berichten manche Insider aus dem Vatikan von Versuchen des Opus Dei, wichtige Positionen im Vatikan zu erlangen.
Auch wenn immer wieder beteuert wird, wie frei die Mitglieder bei ihren Entscheidungen und Freundschaften sind, wird bei der regelmäßigen geistlichen Geprächen mitunter starker Druck ausgeübt, sich in dem - oft subjektiven - Sinne des geistlichen Leiters zu verhalten, dass kann sogar soweit gehen, dass berufliche Entscheidungen oder ähnliches davon ungut beeinflusst werden.
Ehemalige Mitglieder berichten von rückhaltloser Gehorsamspflicht gegenüber Vorgesetzten, ungesunder Leidensbereitschaft und zwanghafter Moral innerhalb der Bewegung. Numerarier tragen nach Absprache mit dem geistlichen Leiter/Begleiter täglich zwei Stunden einen schmerzhaften Bußgürtel, und führen wöchentliche Selbstgeisselungen durch, die nicht sehr schmerzhaft und unblutig sind und an die Geisselung Jesu erinnern sollen. Außerdem berichten ehemalige Numerarier, dass es für private, individuelle Bedürfnisse nicht genug Freiraum gäbe.
Kritik
Das Opus Dei wird von der römischen Kurie einerseits und ehemaligen Mitgliedern des Opus Dei sehr unterschiedlich beurteilt - auch von ehemaligen Mitgliedern die immer noch engagierte Katholiken sind.Würdigungen
Auch wenn es einige Kritikpunkte gibt: aus konservativ-katholischer Sicht wird das Opus Dei oft wegen seiner Glaubenstreue und seinem Gehorsam gegenüber Rom gelobt. Es wurde daher von den Päpsten bisher immer unterstützt. Das Opus Dei bemüht sich laut Selbstauskunft, "der Kirche so zu dienen, wie die Kirche möchte, dass ihr gedient wird."Weblinks