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Das Orakel von Delphi war die wichtigste Kultstelle der hellenistischen Welt. Sie galt lange Zeit sogar als Mittelpunkt der Welt. Der genaue Ort wurde durch den Omphalos angezeigt. Dem Mythos zu Folge hatte Zeus zwei Adler von je einem Ende der Welt fliegen lassen und sie trafen sich in Delphi.
Der Kult in Delphi, das ursprünglich Pytho hieß und erst ab dem 5.Jhdt. v. Chr. Delphi genannt wurde, war dem Apollon geweiht. Wobei der Kult ursprünglich der Erdgöttin Gaia geweiht war. Zur Übernahme des Kultes durch Apollon gibt es verschiedene Versionen
Auf diesen alten Kult der Gaia ist es zurückzuführen, dass Apollon nicht durch einen Priester, sondern durch die Pythia sprach.
Diese saß auf einem Dreifuß über einer Erdspalte. Dem Mythos nach stiegen aus dieser Erdspalte Dämpfe, die die Pythia in einen Trancezustand versetzten. Allerdings lassen es die geologischen Untersuchungen zweifelhaft erschienen, dass in Delphi echte Gase aus der Erde austraten. Es scheint eher wahrscheinlich, dass der Mythos aus einem spirituellen Hauch physikalische Gase gemacht hat, dieser Prozess hat bereits in der Antike eingesetzt. neben dem Dreifuß gehörten noch Lorbeer und Wasser aus dem Kastaliabrunnen zu den Attributen der Pythia.
Orakel wurden nicht nur durch die Pythia gegeben, auch Lose, Träume und Opferfeuer gehörten zu den Orakeltechniken.
Arkadios, Sohn des Kaisers Theodosius, veranlasste den Abriss des Orakels von Delphi. Im so genannten letzten Orakel wird einem Boten des Kaisers Julian II ausgerichtet:
Sage dem Kaiser, gestürzt ist die prunkvolle Halle.
Phoibos hat nicht mehr sein Haus,
auch nicht den inspirierenden Lorbeer
noch die weissagende Quelle.
Ihr Wasser ist verstummt.