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Das Musikinstrument Orgel ist spieltechnisch ein Tasteninstrument. Vom Klangerzeugungsprinzip ist es entweder ein Aerophon oder ein Elektrophon.
Vom Aufbau her setzt sich die Orgel typischerweise aus Werken zusammen; meistens sind dies: das Hauptwerk (die große Orgel), ein Brustwerk (eine kleinere Teil-Orgel) und das Pedal(werk), in dem die tiefen Töne zusammengefasst sind. Ebenfalls weit verbreitet sind das in den Raum hineinragende Rückpositiv und das Schwellwerk, ein Orgelteil in einem geschlossenen Kasten mit verstellbaren Jalousien. Manche Orgeln haben ein Fernwerk, das an einer anderen Stelle des Raumes aufgestellt ist, um Echo- und andere Distanzeffekte zu ermöglichen. Jedes einzelne Werk wird durch eine eigene Tastatur (Manual) am Spieltisch gesteuert, wobei das Pedalwerk über eine gröbere Fußtastatur bedient wird.
Eine Orgel hat in jedem ihrer Werke mehrere Register (Sätze von Orgelpfeifen jeweils gleicher Klangfarbe), z. B.: Principal 8' (sprich: acht Fuß), Octave 2', Trompete 8'. 16', 8', 4', 2' sind Längenangaben für die tiefste Pfeife des jeweiligen Registers. (Die Länge der Pfeifen wird in Fuß und Zoll gemessen). Das 8'-Register entspricht einer normalen Tonhöhe (ohne Transposition). Ein 4'-Register klingt eine Oktave höher als ein 8'-Register. Ein 2'-Register klingt wiederum eine Oktave höher als ein 4'-Register. Ein 16'-Register klingt eine Oktave tiefer als Normallage.
Das Hauptregister des Orgelklanges sind die so genannten Prinzipalregister. Sie gehören zur Gruppe der Labial- oder Lippenpfeifen, deren Klangerzeugung darauf beruht, dass der Luftstrom gegen eine scharfe Kante, das Labium, geblasen wird. Die Register dieser Gruppe unterscheiden sich im Material, in den relativen Abmessungen von Durchmesser zu Länge ("Mensur"), ob sie oben offen oder geschlossen ("gedackt") sind und in anderen baulichen Details, die sich sämtlich auf den Klang auswirken.
Die andere Gruppe der Orgelpfeifen sind die Lingual- oder Zungenpfeifen, bei denen der Luftstrom eine Metallzunge in Schwingungen versetzt. Sie unterscheiden sich ebenfalls in der Mensur, aber auch in der Form des Schallbechers und anderen Eigenheiten. Typische Namen für Zungenregister sind: Trompete, Posaune, Fagott, Krummhorn, Vox Humana.
Eine andere Registergruppe stellen die Mixturen dar, in denen für jede Taste mehrere (zwei bis zu sieben) in bestimmten Intervallen abgestimmte Pfeifen erklingen.
Durch planvolles Kombinieren verschiedener Register, die sog. Registrierung, können unterschiedlichste Klangfarben und Lautstärken eingestellt werden. Koppelmechanismen erlauben das gleichzeitige Spiel von verschiedenen Manualen und des Pedals. Moderne Orgeln haben programmierbare Setzermechanismen, mit denen sich sehr komplexe und abrupte Klangfarbenwechsel realisieren lassen.
Sehr große Pfeifenorgeln haben bisweilen Pfeifen, deren Frequenz unter dem des menschlichen Hörbereiches liegt (Infraschall). Der tiefste Ton, der gerade noch als Ton wahrgenommen werden kann ist das Subkontra-C: Es hat eine Frequenz von 16,4 Schwingungen pro Sekunde (= Hertz). In seltenen Fällen gibt es Orgeln, die unterhalb dieser Frequenz noch Töne produzieren können. Diese tiefsten Töne werden von Pfeifen erzeugt, die 10 bis 20 m hoch sind und damit in etwa einem bis zu 8-stöckigen Hochhaus entsprechen. Diese Töne werden als Erschütterung und Druckgefühl auf den Ohren empfunden. Manchmal bekommen Zuhörer solcher Töne auch Beklemmungen.
Große Orgeln bestimmen oftmals mit der Gestaltung ihres Gehäuses (~Orgelprospekt) die Wirkung des Raums, in dem sie aufgestellt sind. In Kirchen beherrscht sie oftmals die Rückwand; die evangelische Kirche hat regional auch Formen der Aufstellung im Chor gefunden. In Konzertsälen ist die Orgel meist an der Wand über dem Orchesterpodium angebracht.
In der Renaissance zeigt sich die Bedeutung, die diesem optischen Aspekt beigemessen wurde, daran, dass nicht selten die Kosten für das Orgelgehäuse (mit Skulpturenschmuck, Ornamentschnitzwerk, Gemälden und Vergoldung) jene des Orgelwerks überstiegen.
Siehe auch: Portativ, Orgelpositiv, Regal, Orgelbaumeister, Farbenorgel und Geruchsorgel, Mixtur, Aliquot, Zug, Registratur, Hammond-Orgel, Synthesizer
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