Papier

Papier (v. französ: papier, aus griech: pápyros Papyrusstaude) hat seinen Ursprung in China.

Es ist ein Material, bei dem Fasern (wenige mm bis einige cm lange), meist pflanzlicher Herkunft, durch Wasserstoffbrücken ohne Bindemittel vernetzt werden. Normalerweise wird Papier in dünnen Schichten verwendet; es kann aber auch zu massiven Objekten geformt werden (Pappmasche).

Der kulturell wichtigste Papiertyp ist das Schreibpapier, dessen geschichtliche Entwicklung weiter unten dargestellt wird.

Daneben wird Papier als Packmaterial (siehe Pappe), in der Wohnungseinrichtung (Tapete, aber auch in Japan in unterschiedlichen Anwendungen) und als Hygienepapier (aus Holzschliff hergestellt) oder Zellstoff verwendet.

Table of contents
1 Geschichte des Papiers in Ostasien
2 Geschichte des Schreibpapiers in Europa
3 Papierherstellung
4 Weblinks

Geschichte des Papiers in Ostasien

Das in Ostasien hergestellte Papier unterscheidet sich in erster Linie in seinen Grundsubstanzen von dem heute in Massenproduktion aus Holzfasern hergestellten Papier. Die in Ostasien auch heute noch in Handarbeit hergestellten Papiere nutzen Pflanzen mit relativ langen Fasern (z.B. Seidelbast Locta und Hanf Cannabis) und einer hohen (zeitlichen) Haltbarkeit. Beide Eigenschaften erlaubten dort die Nutzung von Papier zu Zwecken, die über den Nutzen als Schreibpapier hinausgehen. Raumdekorationen und Kleidungsstücke wurden in Ostasien traditionell (auch) aus Papier hergestellt.

Siehe auch: Liste bedeutender Erfindungen

Geschichte des Schreibpapiers in Europa

Im alten Ägypten wurden die flach geschlagenen Stängel von Papyrus, einer Schilfart, zum Schreiben verwendet. Zwar gab es auch Papyrus in Griechenland, jedoch war eine Verbreitung über Griechenland hinaus kaum bekannt. Von dem Wort Papyrus leitet sich das Wort Papier ab.

Daneben wurde auf Pergament (feinem, gegerbtem Leder) geschrieben.

Die Papierherstellung ist eine chinesische Erfindung, die als Staatsgeheimnis gewertet wurde. 751 wurde sie illegal nach Samarkand gebracht, von wo sich die Technik in die arabische Welt verbreitete. Über den Kulturkontakt zwischen dem christlichen Abendland und dem arabischen Orient sowie dem islamischen Spanien gelangte das Schreibmaterial seit dem 12. Jahrhundert nach Europa. Mit der Ausbreitung der Schriftlichkeit in immer weitere Bereiche der Kultur (Wirtschaft, Recht, Verwaltung usw.) trat das Papier gegenüber dem kostspieligeren Pergament seit dem 14. Jahrhundert seinen Siegeszug an. Mit dem Buchdruck seit der Mitte des 15. Jahrhunderts war die Rolle des Pergaments als reines Luxusschreibmaterial besiegelt.

In Fabriano (Italien) stand die erste Papiermühle Europas. Die erste deutsche Papiermühle stand 1390 bei Nürnberg. Während in den Papiermühlen noch bis ins 19. Jahrhundert nur das dauerhaft haltbare Bütten, also Papier aus Leinen- und Baumwoll-Lumpen, den so genannten Hadern, hergestellt wurde, wurde der moderne großtechnische Durchbruch erst mit der Erfindung des Holländers erzielt. Das ist eine Maschine, die den Faserbrei (Pulpe), der das Ausgangsmaterial für jede Papierherstellung ist, aus dem billigen Rohstoff Holz gewinnt. Die Holzschliffpapiere seit ca. 1850 erwiesen sich aufgrund von Säureresten, die das Papier braun und brüchig werden lassen, als so kurzlebig, dass seit einigen Jahren für den Buchdruck überwiegend dauerhafteres säurefreies Papier verwendet wird.

Papierherstellung

Unabhängig von der Faserart kann Papier in Handarbeit oder maschinell hergestellt werden. Bei beiden Prozessen wird der Faserbrei in Wasser verteilt, und mittels eines feinen Siebes geschöpft.

Wird auf dieses Sieb ein Muster aus Draht angebracht, lagern sich an diesr Stelle weniger Fasern ab und das Muster ist beim fertigen Papier zumindest in Gegenlicht als Wasserzeichen zu erkennen.

Bei Handarbeit (die heute in der Regel nur bei Fasern - und somit Papier - hoher Qualität angewendet wird, ist die Ausrichtung der Fasern in alle Richtungen gleich. Dagegen tritt bei der maschinellen Papierherstellung, die auf einem Endlosband erfolgt, eine (teilweise) Ausrichtung der Fasern auf: Man unterscheidet zwischen Schmalbahn und Breitbahn, oder generell die Laufrichtung des Papiers. Eine einfache Methode, die Laufrichtung von Papier zu bestimmen, ist, aus einem Blatt Papier zwei etwa 1 mal 5 cm lange Streifen zu schneiden; den einen horizontal, den anderen vertikal. Anfeuchten beider Streifen zeigt im Vergleich, in welcher Richtung die Fasern laufen.

Es werden auch maschinell hergestellte Büttenpapiere angeboten z.B. Rundsiebbütten, jedoch haben diese nicht den unvergleichlichen Charme der handwerklich hergestellten.

Bei der Herstellung von Büchern (und anderen Gegenständen) ist darauf zu achten, dass die Laufrichtung aller Seiten (und des Buchdeckels) von oben nach unten ist. Sonst bricht das Buch leicht an der Bindung auseinander.

Durch das Aufeinanderkleben mehrerer Papierschichten abwechselnder Laufrichtung erhält man sehr starres Papier (vergleichbar zum Sperrholz), hier sei nur der Bristol-Karton genannt.

Japanpapier wird auch verwendet zum Restaurieren von alten Büchern.


Mit Papier wird weiter bezeichnet ein

  1. amtliches Schriftstück
  2. Personaldokument
  3. Wertpapier

Wir unterscheiden mehrere Papiersorten: Siehe auch: Papierformate

Weblinks





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