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Parusie (griech. Ankunft) ist im Christentum die Wiederkunft Jesu Christi am Letzten Tag zum Jüngsten Gericht (s. Heilsgeschichte). Im frühen Christentum wurde diese Wiederkunft schon bald erhofft. Auch später haben einzelne christliche Richtungen die Rückkehr zu bestimmten Terminen erwartet. Heute betonen die großen Kirchen, dass der genaue Zeitpunkt nicht vorhersagbar ist.
Nach christlicher Auffassung werden dann alle Toten wiederauferstehen. Was das konkret bedeutet, darüber besteht ein relativ breites Meinungsspektrum im Christentum. Eine der frühesten christlichen Ausagen dazu stammt von Paulus, der zwischen irdischem und geistlichem Leib unterscheidet, prinzipell aber festhält, dass von Lebenden über die Auferstehung ohnehin nur fragmentarisch geredet werden kann, statt dessen "bleiben aber Glaube, Hoffnung und Liebe, aber die Liebe ist die größte unter ihnen." (vgl. 1. Korintherbrief, 13 und 15)
Nach katholischer Lehre haben die Seelen die Zeit der Trennung von ihren Körpern im Tode der jeweiligen Menschen, je nach der Schwere der begangenen Sünden, in der Hölle, im Fegefeuer, im Himmel (Paradies) oder in bestimmten Zwischenreichen (den Limbi) verbracht.
Alle Menschen (die Lebenden und die Toten) werden sodann durch Jesus Christus gerichtet. Diejenigen, die mit einer nicht bereuten Todsünde gestorben sind, werden zusammen mit den von Gott abgefallenen Engeln (den Teufeln) zu ewiger Strafe in der Hölle verurteilt.
Das Weltall wird dann neugeschaffen, und die Christen, die ihre zeitlichen Sündenstrafen verbüßt haben, werden sich mit Gott in mystischer Weise vereinigen (sie werden Gott von Angesicht zu Angesicht schauen (1 Kor. 13,12)). In dieser Gemeinschaft mit der Dreieinigkeit und den Engeln werden sie dann für immer über die Welt mit den anderen Menschen herrschen. Dies wird als das Reich Gottes bezeichnet.
Katechismus der Katholischen Kirche, St. Benno 1993, ISBN 3746211093
Literatur: