Patrizier

Die Patrizier stellten die Oberklasse im antiken Rom dar. Sie waren die Familien berühmter oder einflussreicher Vorfahren. Das Wort Patrizier (patricius) leitet sich vom lateinischen Wort pater (Vater) ab.

In der Römischen Republik waren Mischehen zwischen Patriziern und Plebejern, also dem gewöhnlichen Volk, verboten. Auch der Handel war strikt getrennt. Im Laufe der Zeit lockerten sich diese Einschränkungen, als die Zahl und auch der Einfluss der Patrizierfamilien abnahm.

Im späteren Römischen Reich führte Kaiser Konstantin der Große den Titel Patrizier als Ehrentitel für Bürger, die sich um das Reich verdient gemacht hatten, wieder ein. Zum Ende des 5. Jahrhunderts wurde er zum Titel desjenigen Mannes, der die Macht hinter dem Kaiserthron verkörperte, üblicherweise eines Generals der römischen Armee, wie z.B. Stilicho, Aetius oder Ricimer.

Auch im Mittelalter gab es im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, in Frankreich und in Italien Patrizierfamilien, die die gesellschaftliche Oberschicht darstellten.

Patrizier in der Schweiz

In der Schweiz spielten die aristokratischen Patrizierfamilien noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle insbesondere in den Städten. Obwohl der Adel der "Gnädigen Herren" nach dem Ancien Régime abgeschafft wurde, konnten sich diese Familien ihren Einfluss in der schweizer Politik und Wirtschaft lange Zeit über erhalten.

Als letzte echte Patrizierin galt die 1980 verstorbene Elisabeth de Meuron, die mit ihrem Ausspruch "syt der öpper oder nämet der lohn?" (sind Sie jemand, oder beziehen Sie Lohn?) oder "Im Himmel sy mir alli glych, aber hie uf Ärde herrscht Ordnig" (im Himmel sind wir alle gleich, aber hier auf Erden herrscht Ordnung) in die Geschichte einging. Um ihr Leben ranken viele Anekdoten und es wurde unter dem Titel Die letzte Patrizierin kurz vor ihrem Tod dokumentarisch verfilmt.



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