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Da die chinesischen Zeichen immer genau eine Silbe beschreiben, ist auch die Pinyin-Umschrift silbenbasiert. Die chinesische Silbe besteht aus einem Anlaut und einem Auslaut. Die Silbe 'ba' besteht aus dem Anlaut 'b' und dem Auslaut 'a'. Die meisten Auslaute können auch ohne Anlaut gesprochen werden. Da sich das chinesische und das deutsche Lautsystem in einigen Punkten erheblich unterscheiden, sind die Aussprachehinweise nur ungefähre Näherungen (in eckigen Klammern jeweils die Aussprache nach dem Internationalen Phonetischen Alphabet).
Anlaute:

Außerdem werden im chinesischen Töne mit Bedeutungsunterschieden benutzt. Das sind 4 Töne, sie werden in der Silbe über dem Vokal markiert. Steht kein Zeichensatz mit Tonmarkierungen zur Verfügung, wird der Ton oft auch durch eine Zahl charakterisiert, z.B. hao3 bedeutet die Silbe hao im 3. Ton. Beim ersten Ton bleibt die Stimme gleichmäßig hoch, beim zweiten Ton steigt die Tonhöhe an, beim dritten fällt die Stimme erst ab um dann anzusteigen, beim vierten fällt die Stimme. Daneben gibt es auch ganz unbetonte Silben, diese werden nicht markiert und gleichmäßig tief ausgesprochen.
Wird Pinyin nur verwendet, um chinesische Eigennamen innerhalb nicht-chinesischer Texte wiederzugeben, so lässt man die Ton-Angaben gewöhnlich ganz weg. In Umschriften ganzer chinesischer Sätze oder Texte müssen die Töne aber markiert werden, da sich sonst oft Mehrdeutigkeiten ergeben können.
Neben Pinyin existieren noch zahlreiche andere Latinisierungen der chinesischen Schrift.
Das Wade-Giles-System ist das bekannteste. Es ist nach wie vor in Taiwan das offiziell anerkannte Latinisierungssystem, wobei die dort realisierten Latinisierungen meist eher auf dem gleichen Niveau stattfinden, wie die Verwendung der Hanzi in unserem europäischen Umfeld: falsche Verwendung, meist zu rein dekorativen Zwecken durchsetzt mit lustigen Fehlern. Bis vor kurzem wurde das Wade-Giles-System von einigen großen amerikanischen Universitäten als offizielles Latinisierungssystem verwendet, wobei jede Universität jedoch eigene Lösungen für die Inkonsistenzen im System entwickelte, weswegen es niemals wirklich zu einem einzigen konsistenten Wades-Giles-System gekommen ist.
Ein Hauptgrund für die heutige weite Verbreitung des Pinyin sind die in der VR China gedruckten, guten und sehr preiswerten Chinesisch-Lehrbücher für Ausländer, die heute rund um die Welt in Chinesisch-Kursen Verwendung finden, und die durchgängig das Pinyin-System benutzen.
Unter europäischen Sinologen der älteren Generation ist es sehr beliebt eigene Verschriftungssysteme zu entwickeln, was zu einer Vielzahl von Varianten und interessanten Entwicklungen geführt hat. Dieser Wildwuchs der Abnormitäten weicht aber glücklicherweise immer mehr der Erkenntnis, dass nicht politische Vorbehalte, sondern Maschinenlesbarkeit das Kriterium der Zukunft ist. Die Standardisierung der chinesischen Umschrift auf Pinyin schreitet so zunehmend fort. Unter anderem wird Pinyin als Standard-Lautschrift für das Chinesische der englischen Wikipedia vorgegeben.
Siehe auch chinesische Schrift.\n