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Sie wurde Anfang der 1980er Jahre von Kary Mullis erfunden, wofür er den Nobelpreis für Chemie erhielt. 1989 ließen Hoffman La Roche und die Perkin-Elmer Corporation die PCR-Methode patentieren. PCR wird gewöhnlich in medizinischen und biologischen Forschungslaboren für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt, unter anderem zur Erkennung von Erbkrankheiten, zur Identifikation genetischer Fingerabdrücke, zur Erzeugung von genetischen Stammbäumen, zur Klonierung von Genen (siehe unten) und für Vaterschaftstests.
PCR benötigt sehr wenig Ausgangsmaterial, in manchen Fällen genügt ein einziger DNA-Strang. Während der Kettenreaktion wird die DNA durch das Enzym DNA-Polymerase kopiert. Normalerweise wird nur ein kleiner Teil eines langen DNA-Strangs durch PCR verdoppelt. Dieser Teil wird durch die Primer, kurze, künstliche DNA-Stücke von etwa 20-40 Basenpaaren Länge (DNA besteht aus einem Doppelstrang, daher wird ihre Länge in komplementären Einheiten, den Basenpaaren, gemessen) festgelegt, welche genau mit dem Anfang bzw. dem Ende des zu kopierenden Strangs übereinstimmen.
Die PCR-Maschine besteht aus einem computerkontrollierten Ofen mit Kühleinheit, bei dem ein Programm Zeit und Temperatur steuert. Der PCR-Prozess, das sog. "Amplifizieren", besteht aus mehreren (normalerweise 15-30) Wiederholungen der drei folgenden Schritte (siehe Abbildung 1):

Durch PCR wurde es möglich, ein einzelnes Gen, oder auch nur einen Teil davon zu klonieren. Das sollte nicht mit dem Klonen ganzer Lebewesen verwechselt werden. Für die Klonierung eines Gens muss es zuerst aus einem Organismus entnommen und dann in einen anderen, z.B. ein Bakterium, eingebaut werden. Dann kann das klonierte Gen im neuen Organismus detailliert untersucht werden.
PCR wird häufig verwendet, um das Gen aus dem ersten Organismus durch Vervielfältigung zu isolieren, bevor es in den zweiten transferiert wird. PCR wird auch benutzt, um gezielt Mutationen (Veränderungen) in DNA-Stängen hervorzurufen. Ein derart verändertes Gen kann dann auf die Auswirkungen der Veränderung hin untersucht werden. Auch in der Biotechnologie wird PCR häufig verwendet, z.B. um Bakterien so zu verändern, dass sie Medikamente herstellen.
Siehe auch: Polymerase-Kettenreaktion (Langfassung)