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Im engeren, aber gebräuchlicheren Sinn steht Propaganda für absichtlich falsche oder irreführende Informationen, die einem politischen Zweck dient oder dem Interesse der Machterhaltung. Propagandisten versuchen, die Sichtweise von Menschen zu einem bestimmten Thema so zu verändern, dass es den Zielen der Propangandisten hilfreich ist. In diesem Sinn ist Propaganda eng mit Zensur verbunden, durch die unerwünschte Information den Menschen vorenthalten wird. Was Propaganda von anderen Formen des Eintretens für eine Sache unterscheidet, sind die Prinzipien der Überredung und/oder Täuschung von Menschen anstelle von Überzeugung.
Im Einzelnen:
Das Wort Propaganda kommt aus dem Lateinischen (von "propagare" - verbreiten) und fand Eingang in die Sprache durch den Namen einer Abteilung des Vatikans, die die Missionierung und Verbreitung des Christentums vorantrieb, sacra congregatio christiano nomini propagando oder kurz propaganda fide, Verbreitung des Glaubens.
Der Ursprung der modernen Propaganda liegt in Amerika und Großbritannien zur Zeit des Ersten Weltkriegs. In den USA wurde 1916, während der Amtszeit von Woodrow Wilson, die Creel-Kommission ins Leben gerufen, die unter Beteiligung von John Dewey, Walter Lippmann und des neugegründeten britischen Propagandaministeriums die Aufgabe hatte, das pazifistisch gestimmte amerikanische Volk gegen die Deutschen zu mobilisieren. Dies wurde ein grosser Erfolg. Lippmann verfasste später eine Demokratietheorie, die besagt dass das Volk im wesentlichen aus zwei Klassen besteht. Zum einen die KlaBehasse der Spezialisten, die aktiv mit den Angelegenheiten der Allgemeinheit betraut sind und die Entscheidungen treffen, zum anderen die grosse Mehrheit, die mangels eigenen Wissens zur Unterstützung der "vernünftigen" Entscheidungen der Spezialisten gebracht werden müsse.
Aufgrund der im Ersten Weltkrieg mit Propaganda gemachten Erfahrungen haben die Nationalsozialisten extremen Wert auf deren Anwendung gelegt und sie unter Joseph Goebbels zu einer verhängnisvollen Perfektion gebracht.
Nach den Weltkriegen griff die Propaganda auch auf den Bereich der Anpreisung von Konsumprodukten über und nach und nach wurden diese Methoden als Public Relations bzw. in Deutschland als Werbung bezeichnet.
Das Standardwerk der Nachkriegspropaganda ist "Propaganda" des Amerikaners Edward Bernays, der schon Mitglied der Creel-Kommission war.
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2 Techniken der Propagandaverbreitung 3 Verwandte Themen 4 Literatur |
Gebräuchliche Methoden, um Propaganda auszustreuen, sind Nachrichten, Regierungserklärungen, redaktionelle Beiträge verschiedener Art (Columnen, Kommentare, Magazine etc.), Umschreibungen der Geschichte oder Pseudowissenschaften. Durch die modernen Massenmedien kann die Propaganda schnell unters Volk gebracht werden.
Eine historische Technik der Propagandaverbreitung ist die Lithographie. Mit dem Steindruck ließen sich Flugblätter mit Karikatur und Spottvers schon für die Französische Revolution schnell herstellen. Nach der Oktoberrevolution
entwarfen russische Avantgarde Künstler Plakate, so genannte
Rosta-Fenster zur massenhaften Verbreitung neuester Nachrichten
und politischer Karikaturen.
Propaganda ist auch der Name einer britischen Pop-Band aus den 80er Jahren, siehe Propaganda (Band).
Techniken zur Erzeugung von Propaganda
Techniken der Propagandaverbreitung
Verwandte Themen
Siehe auch: Jessica Lynch
, Zensur, Geschichte der Zensur, NS-PropagandaLiteratur