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Ein pyroklastischer Fluss, oft auch als pyroklastischer Strom bezeichnet, kann Begleiterscheinung eines vulkanischen Ausbruchs sein, bei dem heißer Aschenregen, meist giftige Gase und Staubfragmente vermischt mit heißen festen Gesteinstrümmern eine Temperatur von mehreren hundert Grad Celsius aufweisen. Die festen Bestandteile werden durch die heißen Gase und eingesaugte Luft in Schwebe gehalten, so dass ein pyroklastischer Fluss nur einen geringen Reibungswiderstand besitzt und daher mit einer Geschwindigkeit bis zu 600 km/h lawinenartig als weißglühende Wolke zu Tal rasen kann.
Die Gefährlichkeit pyroklastischer Flüsse wurde sehr genau beim Ausbruch des Mount Saint Helens im Jahr 1980 in den USA dokumentiert.
Am 8. Mai des Jahres 1902 erzeugte der Vulkan Pelée auf Martinique einen pyroklastischen Fluss, bei dem alle 26 000 Einwohner der Stadt St.-Pierre ums Leben kamen. Die Glutwolke raste mit einer Geschwindigkeit von 150 Metern pro Sekunde bergab über die 9 km entfernte Stadt hinweg. Ihre Temperatur lag bei ca. 800°C. Die Gewalt des pyroklastischen Flusses war so groß, dass alle im Weg stehenden Bäume entwurzelt oder umgeknickt, querstehende Mauern von Gebäuden völlig zerstört und die eisernen Platten und Planken der im Hafen liegenden Schiffe durchschlagen wurden. Einziger Überlebender war ein Häftling, den die dicken Mauern des Gefängnisses geschützt hatten.
Ein weiteres berühmtes Beispiel für die Wirkung pyroklastischer Flüsse ist der Untergang Pompejis im Jahr 79 n. Chr., denn die Opfer des Vesuvausbruchs sind nicht unter den bis zu 9 m hohen Ablagerungen des Aschenregens erstickt, sondern bereits vorher durch die verheerende Einwirkung mehrerer pyroklastischer Flüsse ums Leben gekommen.
http://www.uni-muenster.de/MineralogieMuseum/vulkane/Vulkan-10.htm