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Das Qilin war trotz seines raubtierhaften Aussehens friedlicher Natur. Es fraß ausschließlich Pflanzen und zertrampelte nie das Gras auf dem es lief. Das Erscheinen eines Qilins galt als ein Anzeichen für die Ankunft eines weisen Herrschers. In der chinesischen Mythologie war es außerdem Diener des gerechten Richter Gao Yao, der wiederum dem idealen Kaiser Yao diente. Ein Sünder wurde stets durch das Horn des Qilin niedergestreckt.
Als der chinesische Eunuch und Admiral Zheng He in der Ming-Dynastie (1334 - 1644) dem Kaiser Yong Le von einer seiner berühmten Seereisen eine Giraffe mitbrachte, wurde sie aufgrund ihres Fellmusters von Höflingen zu einem Qilin erklärt, was den Kaiser sehr erfreute.
Jeweils zwei Qilin-Statuen im Haus werden nach der Lehre des Feng-Shui als glücksverheißend angesehen.
In Japan wird das Qilin auch Kirin genannt. In der japanischen Kunst hat es mehr Ähnlichkeit mit einem Hirsch als mit dem chinesischen Original.