Quadratische Gleichung

Unter einer Quadratischen Gleichung versteht man eine mathematische Gleichung mit einer Unbekannten (im Folgenden mit x bezeichnet), die nur positive ganze Exponenten hat und deren höchster Exponent 2 ist (die also aus Polynomen des Grades 2 aufgebaut ist).

Ein Beispiel ist

Eine übliche Darstellung (Normalform) bringt alle Terme (oder Glieder) der Gleichung auf eine Seite, ordnet sie nach fallendem Exponenten, und dividiert durch den Koeffizienten des quadratischen Terms. Folgende Gleichung ist dann äquivalent zur Obigen:
Man spricht vom quadratischen Glied (x²), vom linearen Glied (-3·x) und vom absoluten Glied (-10).

Die Normalform einer quadratischen Gleichung lautet

x² + p·x + q = 0
mit reellen oder komplexen Zahlen p und q.

Table of contents
1 Wurzeln (Lösungen) der quadratischen Gleichung
2 Beispiele
3 Verallgemeinerung (abstrakte Algebra)
4 Links

Wurzeln (Lösungen) der quadratischen Gleichung

Nach dem Fundamentalsatz der Algebra besitzt jede quadratische Gleichung (mit reellen oder komplexen Koeffizienten) zwei Wurzeln, auch Lösungen genannt. Diese Lösungen, wenn sie für x in die Gleichung eingesetzt werden, erfüllen die Gleichung. Die Wurzeln sind im allgemeinen komplexe Zahlen, und nicht notwendigerweise reelle Zahlen. Wenn man sich auf reelle Wurzeln beschränkt, sind manche quadratischen Gleichungen somit nicht auflösbar. Außerdem gibt es auch den Fall, dass beide Wurzeln gleich sind; man spricht dann von einer doppelten Wurzel. Sind die Koeffizienten reelle Zahlen, dann sind entweder beide Wurzeln reell oder beide nicht reell.

Lösungsformeln

Zum Finden von Wurzeln einer quadratischen Gleichung kann man die Quadratische Ergänzung benutzen.

Daneben ist die pq-Formel verbreitet (auch kleine Lösungsformel genannt), sie wird im Artikel Quadratische Ergänzung hergeleitet.

Wenn die Gleichung in Normalform als

geschrieben ist, dann sind die Wurzeln durch
und
gegeben. Im obigen Beispiel
sind
und

Mit diesen Wurzeln kann man die quadratische Gleichung auch faktorisieren:

Eine allgemeine quadratische Gleichung
hat die Lösungen
(Große Lösungsformel, auch abc-Formel genannt, unter Schülern auch als "Mitternachtsformel" bekannt.)

Der Ausdruck unter dem Wurzelzeichen (die Diskriminante D) bestimmt für eine Gleichung mit reellen Koeffizienten, wie viele reelle Lösungen die Gleichung hat. Wenn

Aussagen über die Wurzeln

Beispiele

x² + 12·x + 20 =0 Beide Wurzeln sind negativ: -2 und -10
x² - 12·x + 35 =0 Beide Wurzeln sind positiv: +7 und +5
x² + 12·x + 37 =0 Es gibt keine reellen Wurzeln, weil das Quadrat der Hälfte von 12 36 ist, also kleiner als 37.
x² + 2·x - 35 =0 Die Wurzeln haben unterschiedliches Vorzeichen: -7 und +5

Verallgemeinerung (abstrakte Algebra)

Allgemein nennt man eine Gleichung der Form

x² + p·x + q = 0
mit Elementen p, q eines Körpers oder Rings eine quadratische Gleichung. In einem Körper und bestimmten Ringen (faktorielle Ringe) hat sie höchstens zwei Lösungen, in beliebigen Ringen kann sie mehr als zwei haben. Falls Lösungen in dem betrachteten Ring oder Körper existieren, dann erhält man sie ebenfalls mit der pq-Formel, wobei man allerdings alle möglichen Quadratwurzeln der Diskriminante berücksichtigen muss.

Z.B. hat die quadratische Gleichung

x² - 1 = 0
im Restklassenring Z/8Z die vier Lösungen 1, 3, 5, 7.

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