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Die quantitative Methode ist eine Vorgehensweise in der empirischen Sozialforschung zur Messung sozialer Tatbestände. Der Begriff bezieht sich auf die Bereiche Stichprobenauswahl, Datenerhebung und Datenanalyse. Mittels quantitatver Methoden wird beispielweise versucht Wahlverhalten, Konsumverhalten, Heiratsverhalten oder soziale Mobilität zu untersuchen.
Häufig werden quantitative Methoden in den Sozialwissenschaften als Gegensatz zu den qualitativen Methoden gesehen. Dies muss jedoch nicht zwangsläufig der Fall sein, da es durchaus möglich ist eine Kombination beider Methoden zu verwenden.
Quantitative Methoden messen zählbare Eigenschaften. Die häufigste Messmethode in den Sozialwissenschaften ist das Interview, neben Beobachtung und Fragebogen. Es sind aber durchaus andere Messmethoden anwendbar (beispielsweise die Lost-Letter-Technik).
Bei Interviews werden Befragte per Zufallstichprobe oder auch mittels einer quotierten Stichprobe ausgewählt. Nun werden ihm von einem Interviewer verschieden Fragen vorgelesen (persönlich oder am Telefon). Jeder Befragte bekommt die gleichen Fragen gestellt (Ausnahme: man definiert eine bestimmte Filterführung), auf die es im allgemeinen vordefinierte Antwortkategorien (Items) gibt. Existieren ausschließlich vordefinierte Antwortkategorien so spricht man von einer geschlossenen Frage. Existiert zusätzlich die Möglichekeit, dass der Befragte Antworten außerhalb der vorgegebenen Kategorien geben kann, so spricht man von halboffenen Fragen. Existieren keine Antwortkategorien, so spricht man von offenen Fragen. Diese sind in quantitativen Interviews selten, aber denkbar (Beispiel: Welchen Beruf üben sie aus?), die Antworten werden aber im allgemeinen im nachhinein in bestimmte Kategorien eingeordnet (damit sie zählbar sind).
Kritisiert wird an den quantitativen Methoden häufig, dass sie sich zu wenig auf die Befragten einstellen. Die Tatsache, dass jeder Befragte die gleichen Fragen bekommt, stellt nicht sicher, dass jeder Befragte diese auch gleich interpretiert. Des weiteren wird die selektive Wahrnehmung der quantitativen Verfahren kritisiert. Man misst nur, was man vorher durch Items festgelegt hat. So kommt man beispielsweise zu Ergebnissen, dass eine hohe Population an Störchen zu einer hohen Geburtenrate bei Menschen führt, ohne den Unterschied von Stadt/Land wahrzunehmen.
Der Vorteil quantitativer Methoden ist, dass sich die Ergebnisse mittels einfacher stochastischer Verfahren (auf Chi-quadrat basierende Maßzahlen, ANOVA, lineare/logistische Regression) analysieren und auswerten lassen. So ist es mögliche statistische Tests durchzuführen und Hypothesen zu prüfen und die Signifikanz zu berechenen. Explorativ lassen sich Daten zudem mittels Faktorenanalyse oder Clusteranalyse auswerten. Auch in Wahlanalysen sowie in der Markt- und Meinungsforschung werden hauptsächlich quantitative Methoden eingesetzt (unter anderem auch, da diese im Vergleich mit qualitativen Methoden meist mit einem geringeren Zeit- und Kostenaufwand verbunden sind).