Rekonstruktion bezeichnet den Vorgang des neuerlichen Erstellens oder Nachvollziehens von etwas mehr oder weniger nicht mehr Existierendem oder Unbekanntem beispielsweise eines verloren gegangenen Werkes der Musik, Literatur oder Kunst, eines zerstörten Gebäudes, eines Tathergangs, eines Datenbestandes o. ä. Dabei ist es nötig, sich an erhaltenen Fragmenten, Bauplänen oder auch nur Indizien zu orientieren.
Nicht nur der Vorgang, sondern ebenfalls sein Ergebnis wird als "Rekonstruktion" bezeichnet. Aufgrund der Menge und Qualität der Annahmen hat eine Rekonstruktion immer hypothetischen Charakter.
Einige prominente Beispiele von Rekonstruktionen:
- Das "Bernsteinzimmer" in St. Petersburg, basierend auf alten Fotografien
- Die Frauenkirche (Dresden), wo computergesteuerte Vermessungstechnik zum Einsatz kam
- Der "Schwanengesang" von Heinrich Schütz, wo zwei von acht Stimmen ergänzt werden mussten, was aber aufgrund musikalischer Regeln mit einiger, wenn auch nicht letzter Zuverlässigkeit gelang
- Leonardo da Vincis Gemälde "Das letzte Abendmahl" in Mailand, wo es hauptsächlich mit einem Auffrischen der Farben getan war - in solchen Fällen spricht man besser von Restaurierung