Richard Huelsenbeck (* 23. April 1892 in Frankenau, † 20. April 1974 in Minusio, Schweiz) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Erzähler, Essayist , Dramatiker, Arzt und Psychoanalytiker, Teilnehmer an der Dada-Bewegung und ihr wichtigster Chronist.
Er wuchs als Sohn eines Apothekers in Dortmund und Bochum auf, studierte in Paris, Zürich, Berlin, Greifswald, Münster und München (Medizin, Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte). Von 1914-1916 lebte er in Berlin und ging 1916 als Kriegsdienstverweigerer nach Zürich, wo er beim „Cabaret Voltaire“ mitwirkte und zum Mitbegründer der Dada-Bewegung wurde. Weitere Teilnehmer waren Hugo Ball, Hans Arp, Marcel Janco und Tristan Tzara. 1917 ging er wieder nach Berlin, wo er erneut mit Else Hadwiger, George Grosz und Raoul Hausmann eine Dada-Gruppe gründete. Es folgten weite Reisen als Schiffsarzt und als Auslandskorrespondent großer Zeitungen. 1936 emigrierte er nach New York, wo er unter dem Namen Charles R. Hulbeck als Psychiater und Psychoanalytiker arbeitete. 1970 kehrte er nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tode in Minusio im Tessin.
Werke
(Auswahl)
- Phantastische Gebete (1916)
- Schalaben, Schalomai, Schalamezomai (1916
- Azteken oder die Knallbude (1918)
- Die Verwandlungen (1918)
- En avant Dada (1920)
- Dada siegt (1920)
- Deutschland muß untergehen (1920)
- Deutschland muß untergehen. Erinnerungen (1920)
- Die freie Straße. Aufsätze und Manifeste. (1921)
- Warum lacht Frau Balsam (Zusammen mit Günter Weisenborn) (1932)
- Der Traum vom großen Glück (1933)
- Die New Yorker Kantaten (1951
- Die Antwort der Tiefe (1954)
- Sexualität und Persönlichkeit (1954)
- Dada Manifesto (1957)
- Mit Witz, Licht und Grütze. Autobiographie (1957)
- Die Geburt des Dada (mit Hans Arp und Tristan Tzara) (1957)
- (Als Herausgeber:) Dada. Eine literarische Dokumentation (1964)
Weblinks