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Rudolph I. von Habsburg (* 1. Mai 1218 auf Schloss Limburg, Breisgau; † 15. Juli 1291 in Speyer) war römisch-deutscher König und Graf von Habsburg.
Er war Sohn von Graf Albrecht IV. von Habsburg und Hedwig von Kiburg. Erste Ehe mit Gertrud von Hohenberg (seit 1273 Anna genannt, gest. 16. Februar 1281). Zweite Ehe mit Elisabeth von Burgund (gest. 1323). Taufpate von Rudolf war Kaiser Friedrich II. (HRR).
Rudolfs Leistungen wurden bereits von seinen Zeitgenossen anerkannt. Er beendete das Interregnum, besiegte den König von Böhmen und setzte den Landfrieden und die Hofrechtsprechung in Teilen des Reiches durch. Im Rahmen der Möglichkeiten erhob er das Königtum trotz der herausragenden Stellung der Kurfürsten. Außerdem legte er die Grundlage für die Macht seiner Familie.
Wichtig für die Wahl seiner Person war der Umstand, dass die Päpste das Recht beanspruchten, die deutschen Könige zu bestätigen. Nach dem Tod des Königs Richard von Cornwall 1272, erkennt der Papst dessen Rivalen Alfons von Kastilien nicht als König an. Der Weg für eine Neuwahl durch die Kurfürsten ist frei. Neben Rudolf I. werden auch der König von Böhmen Ottokar II, der französische König Philipp III und der Landgraf von Thürigen Friedrich der Freidige als Kandidaten genannt.
Rudolf von Habsburg muss sich gegenüber den Kurfürsten verpflichten, dass er seit der Stauferzeit entfremdetes Reichsgut wieder zurückführt und Reichsgüter nur mit Zustimmung der (Kur-)Fürsten veräußert. Weiter soll er das Reich befrieden und die zahlreichen Fehden im Reich beenden.
Bis zum Sommer 127 hat Rudolf mit den Kurfürsten und auch mit dem ungarischen König ein Bündnis geschlossen. Mit seinen Verbündeten belagert er im Oktober Wien. Am 21. November 1276 enden die Friedensverhandlungen. Ottokar verzichtete auf seine Ansprüche in der Schweiz und Österreich und erkennt Rudolf als König an. Der Frieden hält jedoch nicht lange: im Juni 1278 bricht zwischen beiden wieder Krieg aus. Viele der vorhergehenden Verbündeten verhalten sich nun neutral. Trotzdem gewinnt Rudolf die Entscheidungsschlacht bei Dürnkrut am 26. August 1278, indem er am Ende bisher verborgene Reservetruppen einsetzt. Ottokar starb nach der Schlacht durch die Hand persönlicher Feinde.
Sein Grab befindet sich im Dom zu Speyer. Sein Sarg zeigt ein lebensnahes Abbild des König. Sie gilt als eine herausragende künstlerische Leistung dieser Zeit .
Lebenslauf
Graf von Habsburg (1240-1273)
Rudolf I. gilt als erster bedeutender Herrscher des Hauses Habsburg. Nach dem Tod seines Vaters herrscht Rudolf I. ab 1240 als Graf über Ländereien im Elsass und der heutigen Nordschweiz. Als Graf nutzt er seine guten Beziehungen zu den Staufern und sein kriegerisches Geschick und erweitert schnell sein Territorium. Er wird zum mächtigsten Territorialherrn im Nordschweizerraum.Königswahl 1273
Nach dem Ende des staufischen Königtums (spätestens 1254) wechselten sich Könige und Gegenkönige im Reich ab. Das durch die unklaren Machtpositionen dieser Herrscher entstandene Machtvakuum, Interregnum genannt, endet mit der Wahl des zu diesem Zeitpunkt 55 jährigen Rudolf I. zum deutschen König, 1273. Gekrönt wird er vom Erzbischof Engelbert II.Kampf gegen den König von Böhmen (1273-1277)
Wichtigster Gegner Rudolfs ist bis zu dessen Tod der bei der Königswahl nicht berücksichtigte König von Böhmen Ottokar II. Er stellt sich als mächtigster Territorialherr des Reiches gegen den König und weigert sich, von ihm in Besitz genommene Reichsgüter an das Reich zurückzugeben. Rudolf geht zuerst förmlich gegen Ottokar vor. Er lässt sich auf dem Hoftag zu Nürnberg 1274 bestätigen, dass auch der böhmische König seine Lehen vom König empfangen muss. Der König von Böhmen weigerte sich jedoch. Auf dem Augsburger Hoftag (Mai 1275) werden ihm alle Reichslehen, das Schenkenamt und die österreichischen Länder aberkannt und fallen wieder an das Reich, außerdem wird über ihn die Reichsacht verhängt.Grundlagen der Macht der Habsburger in Österreich (1276-1283)
Nachdem die Reichsgüter Ottokars an das Reich zurückgefallen waren, belehnt Rudolf mit Einverständnis der Kurfürsten 1282 seine Söhne Albrecht und Rudolf mit Österreich, Steiermark, Krain und der Windischen Mark und erhebt sie in den Reichsfürstenstand. Schon 1276 hatte er geistliche Fürsten überzeugt, Güter im selben Einzugsbereich an seine Söhne zu vergeben. Mit der "Rheinfelder Hausordnung" (1. Juni 1283) bestimmt Rudolf, dass diese Güter nur durch Albrecht und seine Erben beherrscht werden sollten. Die Grundlage der späteren Herrschaft der Habsburger war geschaffen. Der Versuch, Albrecht als seinen Nachfolger auf den deutscher Königsthron festzulegen, scheitert daran, dass er nie die Gelegenheit erhält sich zum Kaiser krönen zu lassen. Während seiner Regierungszeit gab es acht Päpste, zwei weitere fest vereinbarte Krönungstermine kamen nie zustande.Überwindung des Interregnum
Rudolf erneuerte nicht einfach den Reichslandfrieden von 1235. Er handelte zuerst im Westen und Süden des Reiches mit den Territorialherren einzelne örtlich und zeitlich begrenzte Landfrieden aus (z.B. 1276 in Österreich oder 1281 den bayerischen, fränkischen, und rheinischen Landfrieden). Auch in entfernteren Reichsgebieten versuchte er sich durchzusetzen (1289/90 ließ er in Thüringen z.B 66 Raubritterburgen zerstören). Im März 1287 erschien es Rudolf endlich möglich einen allgemeinen Landfrieden zu verkünden.
Am 9. August 1281 ließ er auf dem Hoftag zu Nürnberg förmlich feststellen, dass alle nach der Absetzung Friedrichs II. durchgeführten Schenkungen oder Verfügungen über Reichsgüter nichtig seien, es sei denn, die Mehrheit der Kurfürsten billigten die Verfügungen. Er setzte Landvögte ein, die unberechtigt angeeignete Reichsgüter finden sollten und als Vertreter des Königs agierten. In königsnahen Territorien hatte er einigen Erfolg zu verbuchen. In königsfernen Territorien versuchte er mit Hilfe Verbündeter die Städte zu schützen und Reichsgüter wieder in Besitz zu bringen, hier konnte er jedoch keinen nennenswerten Erfolg erringen. Seine Ansprüche auf die burgundische Pfalzgrafschaft konnte er zwar 1289 erfolgreich gegen Otto IV. durchsetzen, seine Nachfolger konnten jedoch Burgund nicht auf Dauer gegen Frankreich halten.Literatur
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Vorgänger: Richard Cornwall | Herrscher des Heiligen Römischen Reichs |
Nachfolger: Adolf von Nassau |