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Nach Beginn des Krieges von Deutschland gegen die Sowjetunion wurden 1.209430 Russlanddeutsche entsprechend des Erlasses des Obersten Sowjets vom 28. August 1941 innerhalb weniger Wochen unter dem Vorwurf der Kollaboration mit Hitlerdeutschland aus den europäischen Teilen der Sowjetunion nach Osten - vorwiegend Sibirien, Kasachstan und in den Ural - in sogenannte Sondersiedlungen deportiert. Gleichzeitig wurden ihre staatsbürgerlichen Rechte aberkannt und ihr Eigentum bis auf ein geringes Handgepäck eingezogen. Die meisten von ihnen - im Alter zwischen 14 und 60 Jahren - mussten in Arbeitslagern unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Mehrere hunderttausend - die nicht ermittelte Zahl schwankt um 500 000 - starben in dieser Zeit vor allem an schlechten Arbeits-, Lebens- oder medizinischen Bedingungen.
Erst 1955 wurde das Regime der Sondersiedlungen aufgehoben. Ab dieser Zeit durften sie wieder einen Wohnort nach Wunsch suchen, aber nicht in ihren früheren Siedlungsgebieten. Am 29. August 1964 wurden die Russlanddeutschen durch ein - allerdings damals nicht veröffentlichtes - Dekret des Obersten Sowjets rehabilitiert. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts begann auch langsam die Ausreise von Russlanddeutschen in ihre ursprüngliche Heimat nach Deutschland. Vor allem siedelten sie in die Bundesrepublik um. Aber auch in der DDR fanden einige Familien eine neue Heimat. Erst in den 80er Jahren und vor allem nach dem Zerfall der Sowjetunion wuchs der Strom der Aussiedler nach Deutschland gewaltig an.
Am 1. Juli 1991 wurde das 1938 aufgelöste deutsche Rayon Halbstadt (Nekrassowo) im Altai wiedergegründet, am 18. Februar 1992 erfolgt der Beschluss ein weiteres neu in Asowo (bei Omsk) zu gründen. Bei Saratow und Wolgograd sollen weitere Bezirke (Okrugs) gegründet werden.
Gründe für die Einwanderung waren vielfältig. Für die pazifistischen Mennoniten war die Befreiung vom Kriegsdienst wesentlich, für viele andere die freie Zuteilung von Land. Als erste rief Katharina die Große im 18. Jahrhundert deutsche Einwanderer im großen Stil ins Land. Vorher gab es schon größere Gruppen in Moskau und Nordwestrussland (Nowgorod, Pskow, St. Petersburg).
Siehe auch Russischsprachige Kultur in Deutschland