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Sachsen ist die Bezeichnung für einen westgermanischen Stammesverband, der seit dem 2. und 3. Jh. den Nordwesten des heutigen Deutschlands und den Osten der Niederlande bewohnt. In den darauffolgenden Jahrhunderten eroberte er weite Teile des heutigen Norddeutschlands und gliederte die dort lebenden germanischen Stämme seinem Stammesverband ein, zuletzt im 6./7.Jh. das Hamaland (heutiges Westmünsterland) und das Land der Brukterer (heutiges Ruhrgebiet). Später unterschied man die Teilstämme/Stammesgruppen der Westfalen (westlich der Weser), Ostfalen (zwischen Weser und Elbe), Engern (im Bereich der Weser) und Nordalbingier (nördlich der Elbe).
Die Bezeichnung lässt sich vermutlich aus sahsnotas (Althochdeutsch für Schwertgenosse) ableiten. Das Siedlungsgebiet umfasst grob die östlichen Niederlande, das heutige Westfalen, Niedersachsen mit Ausnahme des von Friesen bewohnten Landesteils, Holstein, Mecklenburg und den Norden von Sachsen-Anhalt. Ein Teil der Sachsen eroberte im 5. Jh. Großbritannien (Angelsachsen).
Von der Völkerwanderung kaum berührt, bewahrten die Sachsen bis zur Unterwerfung durch Karl den Großen die alte germanische Stammesverfassung ohne König, mit der Versammlung der Freien, dem Thing, zur Regelung aller politischen Angelegenheiten. Herzöge übernahmen nur in Kriegszeiten Führungsrollen.
Geschichte
Ab 804: Eingliederung der Sachsen in das Reich Karls des Großen als Herzogtum Sachsen, bestehend aus den Teilen Engern, Westfalen, Ostfalen und Nordalbingien
Mit Heinrich I wurde 919 ein Sachse deutscher König und Kaiser. Ihm folgten Otto der Große, Otto II. und Otto III. Die Epoche der Sachsenkaiser endete mit dem Tod Heinrichs II 1024. Während dieses Jahrhunderts lag der politische und kulturelle Schwerpunkt des Reichs im Gebiet der Sachsen.
Nach der Achtserklärung Heinrichs des Löwen 1180, wegen dessen Weigerung dem Kaiser Friedrich Barbarossa Heerfolge nach Italien zu leisten, zerschlug der Kaiser das alte Herzogtum Sachsen. Westfalen wurde in kirchlichen Besitz übergeben, Heinrich dem Löwen blieben Braunschweig und Lüneburg, die Fürsten und Bischhöfe wurden für reichsunmittelbar erklärt, der Name Herzogtum Sachsen haftete nur noch einem kleinen Landesteil an der Elbe an.
Am 6. Januar 1423 wurde dieser Teil dem Markgrafen von Meißen, Friedrich dem Streitbaren verliehen. Da der Herzogtitel die höhere Würde besaß, führte dieser von nun an den Titel "Herzog von Sachsen", wodurch das heutige Land Sachsen seine Bezeichnung bekam. Deren Bewohner gehören eigentlich zum germanischen Volksstamm der Thüringer. Dieses neue Herzogtum Sachsen wurde danach lange als Obersachsen bezeichnet, das ehemalige Land Sachsen als Niedersachsen. Diese Bezeichnung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Name des heutigen Bundeslandes wiederbelebt.
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