Samo

Samo (* ?, † 658) war ein fränkischer Kaufmann aus dem Senoner Land (wahrscheinlich das heutige Sens in Frankreich) und der erste Herrscher der Slawen, dessen Name bekannt ist. Unter seiner Führung haben sich 623 die Slawen im südlichen March-Gebiet (heute: Westslowakei, östliches Niederösterreich, Südmähren; genauer jedoch höchstwahrscheinlich in der Gegend um die Burg Devín (dt. Theben) in Bratislava) erhoben, um gegen die Awaren zu kämpfen, die nach 568 das heutige Ungarn sowie die südliche Slowakei besetzt hatten. 631 besiegte Samo in der Schlacht bei der Wogastisburg die Franken. Das Gebiet des so genannten Reiches von Samo, das in Wirklichkeit jedoch wohl nur eine Art Stammesbund war, umfasste die heutigen Gebiete Slowakei, Mähren, Niederösterreich, später wahrscheinlich auch Böhmen, Sorbien (an der Elbe) und vorübergehend auch (das historische) Kärnten. Die Geschichte des Reiches nach dem Tod von Samo in 658 (manche Quellen: 659) bis zum Ende des 8. Jahrhunderts ist weitgehend unklar, archäologische Funde lassen jedoch darauf schließen, dass die Awaren (jedenfalls in die Südslowakei) zurückkehrten und mit den Slawen in Symbiose weiterlebten, während die nördlicheren Gebiete des (wohl ehemaligen) Reiches von Samo nur von Slawen bewohnt wurden. Über die Slawen in den nördlicheren Gebieten ist dann erst bekannt, dass gegen Ende des 8. Jahrhundert im heutigen Südmähren das Mährische Fürstentum und in der heutigen Slowakei das Fürstentum von Nitra (dt. Neutra) existierten, aus denen 833 das so genannte Großmährische Reich entstand.



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