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Sie stammt aus einer Pariser Arbeiterfamilie mit zehn Geschwistern. Ihre schauspielerische Karriere begann mit 16 Jahren, als Maurice Pialat sie 1983 für „A nous amours“ verpflichtete. Sandrine Bonnaire spielt dort durchaus autobiographisch ein Vorstadtmädchen, das erste sexuelle Erfahrungen macht. 1984 wurde sie mit dem „César“ in der Sparte „Beste Nachwuchsschauspielerin“ ausgezeichnet.
Den internationalen Durchbruch schaffte Sandrine Bonnaire 1986 in „Sans toit, ni loit“ von Agnès Vardas. Auch dafür wurde sie mit einem „César“ honoriert. Sie spielt eine Landstreicherin und reine Seele, die in den Sog alltäglicher Gewalt gerät und physisch wie moralisch scheitert. Es folgen „Monsieur Hire“ von Patrice Leconte 1989 sowie weitere Arbeiten mit Jacques Doillon und Claude Sautet.
In der zweiteiligen Verfilmung des Jeanne d’Arc-Stoffes von Jacques Rivette (1993) spielt sie die Titelheldin in einer überaus differenzierten Weise. Ein herrliches Wechselspiel liefert sie mit Isabelle Huppert in Claude Chabrols Gesellschaftssatire „La cérémonie“ (1995); das Duo erhielt für seine Darstellung gemeinsam den Hauptdarstellerpreis der Filmfestspiele von Venedig 1996. Ihre bemerkenswerteste Leistung bietet sie in „Secret défense“ von Jacques Rivette (1998). Die Filmsequenz im TGV Paris–Lyon, mit dem sie zu einem geplanten Mordvorhaben reist, ist ein Höhepunkt cineastischer Schauspielkunst schlechthin.