Schleswig-Holstein-Hymne

Offizielle Hymne von Schleswig-Holstein.

Im Rahmen des Schleswiger Sängerfestes am 24. Juli 1844 wurde ein "zündendes" Lied gesucht. Der Berliner Rechtsanwalt Karl Friedrich Straß tat sich mit dem mit ihm befreundeten Schleswiger Kantor Carl Gottlieb Bellmann zusammen, um eine Komposition zu schaffen, die die Schönheit des Landes wiederspiegeln könnte. Dabei schuf Bellmann die Melodie, Straß den Text. Dieser lautete zunächst:

Schleswig, Holstein, schöne Lande,
Wo mein Fuß die Welt betrat;
O, daß stets an eurem Strande
Keime wahren Glückes Saat!
Schleswig, Holstein, stammverwandt,
haltet fest der Eintracht Band!

In einer ersten Vorstellung empfanden die Veranstalter des Festes den Text als zu "schwach". Der Anwalt Matthäus Friedrich Chemnitz formulierte den Text um und fügte zudem noch weitere Strophen hinzu. Das Lied fand in der Bevölkerung großen Anklang und auch heute noch wird zum Ausklang von zahlreichen regionalen Veranstaltungen die erste Strophe gesungen. Auch stellt es täglich um Mitternacht im größten privaten Rundfunksender des Landes (Radio Schleswig-Holstein) den Abschluss des Tagesprogramms dar.

Text

Schleswig-Holstein, meerumschlungen,
Deutscher Sitte hohe Wacht,
Wahre treu, was schwer errungen,
Bis ein schön'rer Morgen tagt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
Wanke nicht, mein Vaterland!

Ob auch wild die Brandung tose,
Flut auf Flut von Bai zu Bai,
O, laß blüh'n in deinem Schoße
Deutsche Tugend, deutsche Treu!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
Bleibe treu, mein Vaterland!

Doch wenn inn're Stürme wüten,
Drohend sich der Nord erhebt,
Schütze Gott die holden Blüten,
Die ein milder Süd belebt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
Stehe fest, mein Vaterland!

Gott ist stark auch in den Schwachen,
Wenn sie gläubig ihm vertrauen;
Zage nimmer, und dein Nachen
Wird trotz Sturm den Hafen schaun!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
Harre aus, mein Vaterland!

Von der Woge, die sich bäumet,
Längs dem Belt am Ostseestrand,
Bis zur Flut, die ruhlos schäumet
An der Düne flücht'gem Sand!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
Stehe fest, mein Vaterland!

Und wo an des Landes Marken
Sinnend blinkt die Königsau,
Und wo rauschend stolzen Barken
Elbwärts ziehen zum Holstengau!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
Bleibe treu, mein Vaterland!

Teures Land, du Doppeleiche
Unter einer Krone Dach,
Stehe fest und nimmer weiche,
Wie der Feind auch dräuen mag!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
Wanke nicht, mein Vaterland!

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