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Der Schlieffenplan war eine strategische Blaupause des deutschen Generalstabs benannt nach seinem Autor, Alfred Graf von Schlieffen der bis 1905 Chef des Generalstabs war und den Plan auch später mehrfach aktualisierte.
Nach dem sich das ehemals gute Verhältnis zwischen Preußen-Deutschland und Russland nach der Balkankonferenz 1878 in Berlin rasch abgekühlt hatte, bereitete sich die deutsche Militärführung auf einen Zweifrontenkrieg vor, den Schlieffens Vorgänger allerdings für nicht führbar hielten. Anders Schlieffen: Im wesentlichen sah sein Plan eine schnelle deutsche Mobilisierung vor und rechnete mit einer wesentlich längeren Mobilisierungszeit in Russland. Zwischenzeitlich sollte Frankreich durch die neutralen Staaten Belgien und Niederlande angegriffen werden (was fast unweigerlich auch Britannien auf den Plan rufen musste) und in einer schnellen Zangenbewegung über Paris nach Südosten niedergezwungen werden. (Im Südosten gab es an der deutsch-französichen Grenze starke französische Verteidigungslinien, die von beiden Seiten in die Zange genommen werden sollten).
In der Praxis schlug der Plan fehl (abweichend vom ursprünglichen Plan marschierten deutsche Truppen nur durch Belgien), da der französische Widerstand hartnäckiger war, wozu auch die Briten beitrugen und indirekt wahrscheinlich auch die deutschen Kriegsverbrechen in Belgien, die in Westeuropa auf große Empörung stießen. Außerdem waren die russischen Armeen schneller als vorausgesehen mobilisiert, so dass frühzeitig Verbände von der Westfront abgezogen werden mussten. Stig Förster von der Universität Bern vertrat 1994 in der Frankfurter Rundschau (FR, 9.August 1994) in einem Aufsatz die Ansicht, dass der deutschen Militärführung die Undurchführbarkeit des Schlieffenplans im Vorfeld bewusst gewesen sei, diese aber dennoch aus einem Fatalismus heraus auf den Krieg gedrängt hatte, der sich bereits seit Jahren abzeichnete.