Das Wort Schwung hat in der Alltagssprache physikalische Bedeutungen. In erster Linie steht es für den Drehimpuls eines rotierenden Körpers.
Wirksame Schwungmasse
Zu technischer Wirkung kommt der Drehimpuls in der Schwungmasse, welche vielen Motoren und Maschinen zu mehr Stabilität verhilft, z.B.
- Kurbelwelle eines KFZ-Motors,
- Schwungrad eines kleinen Motors, etwa eines Federmotors,
- Kreisel-Stabilisierung in Navigation, bei Raketen und in Raumflugkörpern, und nicht zuletzt
- die "Schwungmasse" der Erdrotation, die der Erde und ihrer Stellung im Raum große Stabilität verleiht - und daher die Basis fast aller Koordinatensysteme ist.
Flüssigkeiten und Gase
Um den Drehimpuls physikalisch wirksam zu machen, muss es nicht unbedingt ein Festkörper wie in obigen Fällen sein.
- Auch Flüssigkeiten werden von ihrem Drehimpuls stark beeinflusst, z.B.
- Wirbel im Wasser, die durch ihren innewohnenden Schwung oft länger an einer Stelle bleiben,
- Äußere Planeten des Sonnensystems (Jupiter, Saturn. Uranus, Neptun). Ihr eigener Drehimpuls führt zu langlebigen Wolkensystemen und Wirbeln, und auch zu merklicher Abplattung jedes dieser Planeten. Ihr Maximum tritt beim |Saturn auf, wo sie 1:10 beträgt.
- Bei Gasen (und ähnlich bei großer Anzahl von Festkörpern):
- Hoch- und Tiefdruckgebiete. Durch ihre Drehung (s. Barisches Windgesetz) und ihre große Ausdehnung wirkt ihre Schwungmasse stabilisierend und macht den Wetterablauf einigermaßen berechenbar
- Sterne erhalten durch ihre Rotation - obwohl sie meist viele Tage bis Wochen beträgt - eine Reihe von für die Astrophysik wichtiger Eigenschaften (Magnetfeld, Konvektionssystem usw.)
- Galaxien und ihre Spiralarme haben gut modellierbare Rotationsgesetze, die u.a. auf ihre Massenkonzentration schließen lassen
Weitere Bedeutungen von "Schwung"
- Der Schwung einer Körperbewegung ("mit dem Schwung des Armes ...")
- der Schwung beim Schifahren, mit dem Bögen gefahren werden
- Schwung im mentalen Sinn - mit Schwung geht alles besser ...