Seeschlacht am Skagerrak

--chd 11:43, 24. Feb 2004 (CET)
"Who won the battle of Jutland ?"
Sollte ich ausgerechnet die Frage nach dem Sieger der Skagerrak-Schlacht beantworten?
Unzählige Abhandlungen waren über die Frage nach dem Sieger der Schlacht am Skagerrak, der Schlacht von Jütland für die Engländer, schon geschrieben worden, mit dem Ergebnis, daß weder ein Ja noch ein Nein dabei herauskam. Sollte das ein Fallstrick sein? Sah es nicht ganz danach aus? Doch gab mir mein Herz ein, was ich darauf zu antworten hätte. Ich raffte mich zusammen und begann: »Ich«, die eigene Stimme klang so fremd, »ich habe auf dem Schlachtschiff Kronprinz am Skagerrak in der vordersten Linie mitgekämpft. Ich sah, wie die beiden größten Nationen zur See sich im Kampfe begegneten. Die eine Nation schickte sich an, ihre große Tradition zu verteidigen. Die andere Nation begegnete ihr, wie ein Schüler seinem großen Lehrherm, um eine neue Tradition auf See zu erkämpfen. Noch nie haben die Schrauben der Kriegseinheiten unserer Flotte so rasende Umdrehungen erzeugt, wie in dem Moment, als das Signal hochging: Auf zum Kampf! Klar Schiff zum Gefecht! Die Nordsee war so still, wie man sie kaum zuvor gesehen hatte, sie glich flüssigem Blei. Da rasten die Schlachtkreuzer mit über hunderttausendpferdigen Maschinen als erste heran, gefolgt von der Masse der Flotte, flankiert von kleinen Kreuzern und Zerstörern zu beiden Seiten. Nie zuvor sind die Schaufeln in den Kesselräumen schneller geflogen! Die Feuer in den Heizräumen waren so mächtig, daß aus den Schornsteinen statt des Rauches rote Stichflammen meterhoch emporschössen. Die Sicherheitsventile der Kessel ringen an zu blasen vom Überdruck des Dampfes. Alles stand auf Überdruck, die Feuer, die Kessel und die Nerven der Menschen! Im Nu war die stille See aufgewühlt durch die Bugwellen der Schiffe zweier Nationen und durch den Einschlag Tausender Tonnen von Stahl. Die großen Plätteisen von Schlachtschiffen fingen an zu rollen, von Steuerbord nach Backbord, von Backbord nach Steuerbord. Die See kochte, und mächtige Wassersäulen stiegen hoch in den Himmel, stürzten in schäumenden Kaskaden wieder herab durch die Schornsteine und mischten sich mit dem Feuer m den Heizräumen. Die Geschütze ragten, auf höchste Höhe gerichtet, steil zum Himmel. Die Stunde war gekommen, in der das Schicksal zweier Nationen auf den Rohren ihrer Kanonen lag! Tausende Tonnen an Stahl waren verschossen, Hunderte von Torpedos lanciert -doch kein Stahl, kein Torpedo konnte den Geist dieser beiden Nationen besiegen! Mit der Bewunderung für einen großen Gegner und dem Gefühl der Wehmut verließen wir das Schlachtfeld und fragten uns: Warum kann es keine besseren Diplomaten geben, die diese beiden Nationen gleicher Herkunft fest zusammenschließen!Die diesen Gesit untrennbar Zusammenschweißen, um den Frieden auf der Welt zu garantieren, diesen Geist, der sich in der Gewalt der Schlacht als unbesiegbar erwiesen hat. Und nun, meine Herren, überlasse ich Ihnen die Antwort auf die Frage "Who won the battle of Jutland ?"

aus Graf Luckner's "Seeteufels Weltfahrt", d.



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