Seppuku

Seppuku (切腹) bezeichnet eine rituelle Art der Selbsttötung, die eine Zeit in Japan verbreitet war.

Die im Deutschen verbreitete Bezeichnung Harakiri (腹切り) (von jap. hara, Bauch und kiru, schneiden) ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, der vor allem von Europäern und Amerikanern benutzt wurde, nur einen Teil des Rituals beschreibt und dessen Verwendung in Japan beleidigend sein kann. Die korrekte Bezeichnung ist Seppuku.

Eine Person, die wegen einer Pflichtverletzung das Gesicht verloren hatte, konnte auf diese Art ihre Ehre wieder herstellen. Dabei schnitt sie sich mit einem Schwert den Bauch von links nach rechts auf. Anschließend wurde ihr von einem bereitstehenden Assistenten, dem kaishaku-nin, der ein guter Freund sein sollte, der Kopf abgeschlagen, um den schnellen Tod herbeizuführen. Es galt bereits als offizielles Seppuku, wenn dieser Schlag ausgeführt wurde, sobald die Hauptperson nach dem Dolch gegriffen hatte. Auch Frauen verübten zuweilen einen ritualisierten Selbstmord. Dabei stachen sie sich mit einer Haarnadel oder einem Messer direkt ins Herz.

Geschichte

Im späten Mittelalter entstand In Japan eine Ritterschaft, deren Mitglieder sich Samurai nannten. Zu deren höchster Pflicht gehörte es, sich im Falle einer Niederlage selbst zu töten. Die Form dieser Selbsttötung war genau vorgeschrieben und wurde Harakiri beziehungsweise Seppuku genannt. Mit einem nur für diesen Zweck bestimmten kleinen Schwert schlitzten sie sich kniend den Bauch von links nach rechts und von oben nach unten auf. Der darauf folgende, meist sehr lange Todeskampf wurde manchmal von einem Freund abgekürzt, der dem blutenden Selbstmörder mit einem Hieb den Kopf abtrennte.

Im Jahr 1868 wurde Seppuku in Japan allgemein verboten. Viele Japaner hielten trotzdem den Atem an, als Kaiser Hirohito am 10. August 1945 die Kapitulation im Krieg gegen die USA erklärte. Diese Niederlage bedeutete für den Kaiser seine verlorene Ehre und viele befürchteten, dass der Kaiser trotz des Verbotes zum Seppuku auffordern würde, was er jedoch letztlich nicht tat.
Viele treue Untertanen hätten sich verpflichtet gefühlt, dem Kaiser zu gehorchen. Der vorerst letzte Bewahrer dieser blutigen Tradition war der japanische Schriftsteller Yukio Mishima. 1970 beging er vor Journalisten einen angekündigten Seppuku und wurde von einem Freund enthauptet.

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