Siamesische Zwillinge

Siamesische Zwillinge (auch Doppelfehlbildung) bezeichnet eine Fehlentwicklung, bei der eineiige Zwillinge nach der Geburt miteinander verbunden bleiben.

Bei eineiigen Zwillingen teilt sich die befruchtete Eizelle in zwei eigenständige Embryonalanlagen auf. Wenn diese Trennung nicht vollständig vollzogen ist, bleiben die beiden Embryos miteinander verbunden.

Die Verbindung kann sowohl bis zu den inneren Organen reichen oder auch nur äußeres Gewebe betreffen. So kann es vorkommen, dass ein siamesisches Zwillingspaar nur ein Herz oder eine Lunge hat.

Verwachsungen können in verschiedenen Körperbereichen auftreten :

Je nach Art und Umfang der Verbindung ist eine chirurgische Trennung der beiden Zwillinge möglich. Dabei müssen einige Voraussetzungen gegeben sein: Der Name Siamesische Zwillinge kommt von einem berühmten chinesischen Zwillingspaar Chang und Eng Bunker (1811-1874), deutsch wird der Name meistens Bunkes statt Bunker angegeben. Die beiden Brüder wurden in Siam (heute Thailand) geboren und wurden unter dem Namen Die siamesischen Zwillinge als Jahrmarktsattraktion bekannt und gaben so dieser Fehlbildung den Namen. Die Brüder haben zwei Schwestern, Pastorentöchter, geheiratet und zeugten mit ihnen insgesamt 22 Kinder. Beide Brüder starben nur wenige Stunden nacheinander.

In der Medizin wird nach Art und Ausmaß der Verwachsung unterschieden.

Die Teilung muss nicht immmer symmetrisch sein. Entwickelt sich zum Beispiel das Zellmaterial eines Zwillings nur unvollständig kann es auch zu assymetrischen (oder auch parasitären) Doppelfehlbildungen kommen.

Das weiter entwickelte Kind, in diesem Fall auch Autosit genannt , trägt das weniger entwickelte Kind, den Parasiten, am oder im Körper. Im Extremfall kann das weniger entwickelte Kind nur aus einem tumorähnlichen Zellhaufen bestehen.

Die statistische Wahrscheinlichkeit für eine Doppelfehlbildung liegt zwischen 1:60.000 und 1:200.000. Da jedoch viele siamesischen Zwillinge nicht sehr lange überleben kommt nur etwa 1 siamesisches Zwillingspaar auf 1 Million Geburten.

Das letzte bekannte Zwillingspaar waren die beiden 29-jährigen Schwestern Ladan und Laleh Bijani aus dem Iran (* 17. Januar 1974), die am Kopf zusammengewachsen waren und seit dem 7. Juli 2003 durch eine aufwändige Operation eines Ärzteteams in Singapur getrennt werden sollten. Kurz nach dem Eingriff verstarb Ladan Bijani, wenige Stunden später auch ihre Schwester Laleh. Todesursache war laut Aussage der Ärzte Kreislaufversagen aufgrund zu hohen Blutverlustes während der Operation.

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